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herausgeholt worden sind und die nun zusammengestellt und abgeführt werden.

Die deutsch-österreichisch-ungarische Waffenbrüderschaft ist in dieser Batterie im wörtlichen Sinne verwirklicht. Nicht nur das Offizierkorps ist aus Vertretern der beiden verbündeten Heere zusammengesetzt, auch die Mannschaft der Batterie ist aus Reichsdeutschen, Österreichern und Ungarn gemischt und gibt so zugleich ein Bild der nationalen Vielgestaltigkeit Österreich-Ungarns. Während die Geschützbedienung aus Österreichern und Ungarn besteht, stellt Bayern die Trainmannschaft der Munitions- und Wagenkolonne. Die Kommando- und Dienstsprache des österreichisch-ungarischen Heeres ist, wie bekannt, deutsch, so auch in unserer Motorbatterie. Mit dem Deutsch dieser vielsprachigen Gefechtseinheit, die sich aus Leuten von mindestens sechs Volksstämmen zusammensetzt, hat es im übrigen seine eigene Bewandtnis. Während die Bayern, Ober- und Niederösterreicher und Deutsch-Böhmen durch die gemeinsame deutsche Sprache verbunden sind, ist es mit den deutschen Sprachkenntnissen der Ungarn, galizischen Polen und Tschechen in der Batterie sehr verschieden bestellt. Den vollen Sinn der Worte der bei den Österreichern und Ungarn sehr beliebten Wacht am Rhein verstehen kaum alle, aber alle singen das Lied mit, wenn es angestimmt wird, und wenn der Kehrreim Fest steht und treu die Wacht, die Wacht am Rhein aus den Kehlen dieses eigenartigen

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 115. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/119&oldid=- (Version vom 1.8.2018)