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mit dem dach beginnen? Es kommt doch so billig! Das habe ich aber noch nie gesehen, daß ein haus so ausgesehen hat:

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3. Wo soll der bauer seinen apfelwein unterbringen?

Das ist eine sehr wichtige sache. Der französische bauer hat einen eigenen raum dafür, aber es ist kein keller. Der einfachste mann hat ein faß mit wein, wofür ein eigener kleiner raum im erdgeschoß da ist. Dieses faß wird im laufe von ein, zwei jahren verbraucht. Der einfachste franzose bezieht keinen flaschenwein. In Frankreich wird der wein nicht an einem kühlen orte aufbewahrt. Allerdings ist er gegoren.

Wie man nun das gärenlassen des weines vornimmt, das ist eine sache des sozialen zusammenarbeitens der siedler. Es können wohl alle zusammen einen keller haben, eine siedlung sollte wirklich diese soziale zusammenarbeit ermöglichen. Migge geht weiter, er verlangt für die kompostbereitung gemeinschaftliche einrichtungen. Ich bin der meinung, daß dies heute noch nicht durchzuführen ist, weil die belieferung zu verschieden ist. Aber ich mache sie darauf aufmerksam, daß der bauer mit der

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Adolf Loos: Adolf Loos – Sämtliche Schriften. Herold, Wien, München 1962, Seite 425. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Loos_S%C3%A4mtliche_Schriften.pdf/427&oldid=- (Version vom 1.8.2018)