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nach außen verlegen; allen reichtum, den sie besitzen, ihren boden, nehmen sie dabei auf wagen geladen mit. Fürst Kropotkin hat den humus in die mühle führen, dort mahlen lassen und wieder zurück in den garten gebracht.

Aber das klima! Wir wissen, daß die sonne der größte feind des gartens ist. Die sonne hat schon viel unheil angestiftet. Die herrlichsten, paradiesisch schönsten gegenden der welt, zwischen Euphrat und Tigris hinüber bis nach Syrien, Ägypten, der ganze norden von Afrika, sind der sonne zum opfer gefallen. Sie sind unfruchtbares land geworden. Aber die araber wußten mittel dagegen. Überall dort, wo es gartenkultur, jahrtausende alte gartenkultur im orient gibt, sind mauern um die gärten gestellt, damit der wind und die sonnenstrahlen abgehalten werden.

Wie macht das unser siedler? Er wird um sein grundstück, um seinen garten eine solche mauer bauen:

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Jede hausfrau weiß, daß die wäsche rasch trocknet, wenn es wind gibt. Aber gerade das rasche trocknen kann der gärtner nicht brauchen. Wir wollen feuchte wärme im garten haben. Wenn der boden rasch austrocknet, vervielfacht sich die arbeit. Der boden soll immer feucht sein, damit die mikroben des bodens immer

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Adolf Loos: Adolf Loos – Sämtliche Schriften. Herold, Wien, München 1962, Seite 409. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Loos_S%C3%A4mtliche_Schriften.pdf/411&oldid=- (Version vom 1.8.2018)