Seite:Kinder und Hausmärchen (Grimm) 1850 I 234.jpg

Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

alte Herr Fuchs unter der Bank, prügelte das ganze Gesindel durch und jagte es mit der Frau Füchsin zum Haus hinaus.


Zweites Märchen.


Als der alte Herr Fuchs gestorben war, kam der Wolf als Freier, klopfte an die Thüre, und die Katze, die als Magd bei der Frau Füchsin diente, machte auf. Der Wolf grüßte sie, und sprach

„guten Tag, Frau Katz von Kehrewitz,
wie kommts daß sie alleine sitzt?
was macht sie gutes da?“

Die Katze antwortete

„Brock mir Wecke und Milch ein:
will der Herr mein Gast sein?“

„Dank schön, Frau Katze,“ antwortete der Wolf, „die Frau Füchsin nicht zu Haus?“

Die Katze sprach

„sie sitzt droben in der Kammer,
beweint ihren Jammer,
beweint ihre große Noth,
daß der alte Herr Fuchs ist todt.“

Der Wolf antwortete

„Will sie haben einen andern Mann,
so soll sie nur herunter gan.“
Die Katz die lief die Trepp hinan,
und ließ ihr Zeilchen rummer gan
bis sie kam vor den langen Saal:

Empfohlene Zitierweise:
Brüder Grimm: Kinder- und Haus-Märchen Band 1 (1850). Göttingen 1850, Seite 234. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Kinder_und_Hausm%C3%A4rchen_(Grimm)_1850_I_234.jpg&oldid=- (Version vom 1.8.2018)