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Nach Fed. Baroccio.

Der heil. Franciscus empfängt die Wundmale. 109. (101.) 35 d.

Mit ausgebreiteten Armen knieet der Heilige rechts am Felsen. Links vom sitzt sein Begleiter, welcher in der Linken einen Rosenkranz trägt und die Rechte geblendet vor’s Gesicht hält. Im Hintergrunde eine Kirche.

Leinwand; h. 0,64½; br. 0,46. – Inv. 1754. I 201, als Original. Es ist jedoch nur eine kleine Copie nach dem von Fr. Villamena gestochenen Bilde, welches aus der Kapuzinerkirche in die Pinakothek von Urbino versetzt worden.

Die Grablegung Christi. 110. (103.) 35 b.

Der Calvarienberg mit dem leeren Mittelkreuz im Hintergrunde. Vorn tragen die drei Männer (Johannes links am Fussende) den Leichnam dem Grabe zu, das rechts ein Mann mit aufgestreiften Hemdärmeln bereitet. Links im Mittelgrunde bricht Maria, von den ihren umgeben, schmerzbewegt zusammen. Rechts vorn knieet Magdalena.

Leinwand; h. 0,55½; br. 0,35. – 1741 aus der Galerie Waldstein in Dux. Das von R. Guidi, Aeg. Sadeler u. a. gestochene Originalbild Baroccio’s befindet sich in Santa Croce zu Sinigaglia.

Angeblich Fed. Baroccio.

Magdalena am Grabe des Heilandes. 111. (102.) 35 b.

Weinend sitzt sie vorn am leeren Sarkophage, auf dessen Rande neben ihrer Salbbüchse die Dornenkrone des Heilandes liegt. Links noch zwei andere Leidtragende an der Gruft. Rechts im Mittel grunde erscheint Christus der Magdalena als Gärtner, im Hintergrunde geht er mit den beiden Jüngern nach Emmaus.

Leinwand; h. 0,53½; br. 0,42½. – Inventar 1722 A 411 mit Unrecht als Werk Peruzzi’s (1481–1536). Bei H. nicht minder irrtümlich als Baroccio. Die Malweise zeigt nichts von der leichten flüssigen Behandlung dieses Meisters, seinen roten Fleischtönen, seinem eigenartigen Helldunkel.

Il Cavaliere d’Arpino.

Giuseppe Cesari, gen. Il Cavaliere d’Arpino. Aus Arpino in den Abruzzen war sein Vater gebürtig. Er selbst ist bald nach 1560, vielleicht schon in Rom geboren, sicher ebendort den 3. Juli 1640 gestorben. Tonangebender Schnellmaler. Hauptvertreter des Manierismus in Rom.

Eine Römerschlacht. 112. (106.) D 3.

Kampfgewühl zu Fuss und zu Ross. Das von rechts andringende Heer füllt die grössere, das von links kommende die kleinere Hälfte des Bildes. Vogelzeichen oben in der Luft. Vom unten gefallene Pferde und Krieger.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 65. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/97&oldid=- (Version vom 1.8.2018)