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Ein Schild. 105. (91.) 32 a.

Gefechtsscene grau in grau auf dunklem Grunde. Vorn sind einige Männer zu Boden gesunken, deren einem ein zu Fuss von rechts anstürmender Krieger den Kopf abschlägt. Reiter sprengen von links und rechts heran. Nach H. (nicht auffindbar) bez. C. F.

Kupferblech, rund; h. u. br. 51½. – 1749 aus Rom. – Gegen die Urheberschaft Polidoro’s, z. B. Lerm. S. 250. In der That scheint die Zeichnung nicht fest und klar genug für diesen Meister.

Heilige Familie. 106. (96.) 32 c.

Kniestück. Maria sitzt in einem Gemache, aus dem man links durch ein Fenster in’s Freie schaut. Sie hält mit der Rechten ein Buch, mit der Linken das nackte Christkind. Dieses sieht zu ihr empor und hält eine Blume in der kleinen Rechten. Joseph steht rechts.

Ital. Pappelholz; h. 0,44½; br. 0, 35½. – Aus der Kunstkammer. Im Inv. 1722 A. 40 als Polidoro da Caravaggio. – Bei H. als Pierino del Vaga (eigentlich Piero Buonacorsi, 1500–1547). – Beide Bezeichnungen erscheinen willkürlich.

Federigo Baroccio.

Geb. zu Urbino 1528, gest. daselbst den 30. September 1612. Wandte sich, durch verschiedene Lehrer und das Copiren der Werke Tizian’s, Raphael’s und Correggio’s gebildet, schliesslich in solchem Maasse der Nachahmung des letzteren zu, dass er als der Correggio von Urbino gefeiert wurde. Thätig zumeist in Urbino und in Rom.

Hagar und Ismael. 107. (98.) 3 c.

Hagar hockt, nach rechts gewandt, auf dem Boden. Hinter ihr liegt ein Strohhut. Vor ihr knieet der kleine Ismael, dem sie aus einer Schale zu trinken reicht. Oben links in schwarzen Wolken eine Engelglorie.

Leinwand; h. 0,38½; br. 0,28. – Inv. 1754, II 54, und in den späteren Radirungen als „Maria mit dem Knaben auf der Flucht“, möglicher Weise mit Recht. – Gest. von G. Garavaglia, geschabt von F. Michelis; Rad. von J. G. Riedel, J. A. Riedel und A. H. Riedel. – Phot. Ges.

Mariae Himmelfahrt. 108. (99.) B 3.

Unten umringen die Apostel knieend das leere Grab. Die einen blicken lebhaft bewegt hinab, die anderen, nicht minder bewegt, empor gen Himmel, wo Maria, nach links gewandt, mit ausgebreiteten Armen von Engelknaben gehoben und geschoben, von älteren, langbekleideten Engeln anbetend umkreist, in die helle, mit Engelköpfen gefüllte Glorie hineinfährt. Rechts vom auf einem Steine die Bezeichnung F. B.

Leinwand; h. 1,45; br. 1,11. – 1755 aus Rom. H. – Phot. Braun IX. 10.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 64. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/96&oldid=- (Version vom 1.8.2018)