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Maria mit dem Kinde und vier Heiligen. 64. (231.) D 4.

Kniestück. Vor einem Felsen in der Mitte einer reichen Landschaft sitzt Maria und hält das stehende Christkind, welches sein linkes Aermchen um ihren Nacken legt, auf ihrem Schoosse. Links neben ihr der hl. Nikolaus von Bari und die hl. Helena (nicht die hl. Margarethe), rechts der hl. Abt Antonius und die hl. Katharina von Alexandrien.

Ital. Pappelholz; h. 0,92; br. 1,38. – 1725 durch Leplat als Seb. del Piombo. Inv. 1722 A 1581; jedoch bereits im Inv. 1754 I 432 als Vinc. Catena. So auch bei H. Als Catena bezweifelt schon von Cr. u. Cav. V, S. 271. Von Lerm. S. 179 zuerst für ein Werk Bissolo’s erklärt, was ein erneuter Vergleich mit den Bildern dieses Meisters, besonders mit dem bezeichneten, ganz dieselben Typen und dieselbe Malweise zeigenden Bilde N. 435 der Akademie zu Venedig, uns durchaus bestätigt hat. – Phot. Braun VII, 4. – Phot. Ges.

Vincenzo Catena.

Vinc. di Biagio, gen. Catena, geb. zu Treviso, gest. 1531 zu Venedig, gebildet nach Giovanni Bellini, arbeitete zu Venedig.

Heilige Familie. 65. (58.) B 2.

Rechts auf der Steinbank vor der Hausmauer sitzt die hl. Anna; auf ihrem Schoosse Maria; auf Maria’s Schoosse das nackte Christkind, lebhaft dem Joseph zugewandt, der links über seine Arbeit gebückt ist. Links unten zwei Rebhühner, rechts ein weisses Hündchen. Links Blick in die Landschaft.

Leinwand; h. 1,45½; br. 2,00. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. – Das Bild trägt rechts an der Mauer die unechte Bezeichnung ANDs SARTVS. Doch galt es in Modena (Venturi p. 355) als Werk Pietro Perugino’s. H’s. Kat. dagegen bezeichnete es als „wahrscheinlich von Sassoferrato nach einer Zeichnung des Raphael“. Alle diese Benennungen sind unmöglich. Neuerdings wegen seiner Formensprache und Malweise als Werk Catena’s einstimmig anerkannt, z. B. von Bode (Zahn’s Jahrbücher VI, S. 198), von Crowe u. Cavalcaselle (V, S. 269) und von Morelli (Lerm. S. 179). – Schwerlich jedoch, wie Cr. u. Cav. a. a. O. meinen, das Bild Catena’s, welches Zanetti (Pittura Veneziana p. 80) in der Casa Pesaro zu Venedig sah; denn Zanetti’s Buch erschien 1771 und unser Bild befand sich schon 1743 in Modena. – Gestochen als Andrea del Sarto von P. E. Moitte ☼ I. 7. – Phot. Braun V, 11.

Giov. Fr. Caroto.

Geb. zu Verona 1470, gest. daselbst 1546. Schüler des Liberale da Verona und des Andrea Mantegna zu Mantua. Thätig zu Mantua, doch hauptsächlich zu Verona. Veronesischer Uebergangsmeister vom XV. in’s XVI. Jahrhundert.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 48. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/80&oldid=- (Version vom 1.8.2018)