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umbrischen Schule der zweiten Hälfte des XV. Jahrhunderts. Thätig in Perugia, Rom, Orvieto, Spello und Siena.

Ein Knabe. 41. (31.) 1 c.

Brustbild ohne Hände nach links. Der etwa 14jährige Knabe trägt einen roten Rock und eine blaue Kappe. Den Hintergrund bildet eine reiche Landschaft, in welcher links ein Schloss am Wasser liegt.

Ital. Pappelholz; h. 0,50; br. 0,35½. – Inventar. 1722 A 73 als Werk eines unbekannten Nachahmers Raphael’s. Als vorzügliches Werk der Frühzeit Pinturicchio’s auch von Lermolieff (S. 245) anerkannt. – Phot. Braun II, 2. – Phot. Ges.

Angeblich Marco Palmezzano.

Geb. zu Forli. Bezeichnete Bilder zwischen 1492 und 1543. Schüler Melozzo’s da Forli.

Die Anbetung der Könige. 42. (48.) 32 d.

Links unter dem Stalle Maria mit ihrem Kinde; neben ihr Joseph auf seinen Stab gestützt. Der ältere König überreicht knieend seine Gabe; hinter ihm stehen die anderen beiden vor ihrem Gefolge.

Ital. Pappelholz; h. 0.61; br. 0,45. – Zuerst im Katalog von 1835 (N. 4) als „unbekannt“. Später, auf Ruhmor’s Rat, als Marco Palmezzano bezeichnet. Doch ist dies den echten Bildern dieses Meisters in Forli gegenüber haltlos. Es ist noch nicht gelungen, dem Bilde seine richtige Stelle anzuweisen.

D. Die ferraresische Schule.

Francesco Cossa.

Erwähnt zwischen 1456 und 1474. Neben Tura der ferraresische Hauptmeister der zweiten Hälfte des XV. Jahrhunderts. Malte noch 1470 Fresken im Palazzo Schifanoja zu Ferrara; siedelte dann nach Bologna über.

Die Verkündigung. 43. (21.) 1 b.

In reicher Renaissancehalle, durch welche man links in die Strasse, rechts in das Gemach mit dem Bette der Jungfrau blickt, kniet links mit erhobener Rechten der Engel in grünem Kleide und rotem, blaugefüttertem Mantel, steht rechts Maria in rotem Kleide und blauem, grüngefüttertem Mantel. Gottvater, als Brustbild am Himmel sichtbar, entsendet die Taube des heiligen Geistes; vorn am Rahmen kriecht eine grosse Schnecke mit ihrem Gehäuse.

Ital. Pappelholz; h. 1,37½; br. 1,13. - 1750 durch den Canonicus Luigi Crespi als Original A. Mantegna’s aus der Kirche dell’ Osservanza in Bologna. Später der florentinischen Schule, zuletzt bei H. dem Ant. Pollaiuolo (doch schon mit Fragezeichen) zugeschrieben. Von Cr. u. Cav. V, S. 563, richtig als ferraresisches

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 39. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/71&oldid=- (Version vom 1.8.2018)