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Hiob mit seinem Weibe und Kinde. 2006. (1998.) R 15.

Kniestück. Rechts sitzt Hiob, nach links gewandt, mit einer Binde um’s Haupt, einem Schurze um den Schooss, im übrigen nackt, mit gefalteten Händen. Links neben ihm stehen sein Weib und sein Kind; hinter ihnen einige Freunde.

Leinwand; h. 1,32; br. 1,40½. – Inventar 1722 bis 1728, B 1204.

Loth mit seinen Töchtern. 2007. (1999.) R 2.

Kniestück. Der alte Loth sitzt, nach links gewandt, mit entblösstem Oberkörper am Boden. Vor ihm eine seiner Töchter, ihm eine Weinschaale reichend, hinter ihm die zweite.

Leinwand; h. 1,31; br. 1,40½. – 1725 durch Leplat. Inv. 1722–28, A 1587.

Ecce homo. 2008. (2000.) D 2.

Kniestück. Rechts steht Christus im Purpurmantel und der Dornenkrone, mit gefesselten Händen und blutüberströmtem Antlitz. Links vor ihm steht Pilatus im Turban, mit der Rechten auf ihn deutend. Hinter ihm einer der Häscher.

Leinwand; h. 1,57; br. 1,28. – 1725 durch Leplat. Inventar 1722 bis 1728, A 1584.

Halder.

Von seinen Lebensumständen ist nur bekannt, dass er Schüler des Architekturmalers Dirk Dalens in Holland war und gegen Ende des XVII. Jahrhunderts in Hamburg lebte.

Architekturstück mit römischer Säulenruine. 2009. (1976.) P 7.

Vorn rechts ein monumentaler Brunnenbau, links eine grosse Vase. In der Mitte des Mittelgrundes eine Dreisäulenruine; im Hintergrunde Bergzüge. Bezeichnet rechts am Brunnenhaus: Halder f.

Kupfer; h. 0,10; br. 0,12½. – Im „Catalogue“ von 1765 als „Christoph Halter.“ – H. las ein B. vor der Bezeichnung; dieses beruht aber nach genauester Untersuchung auf einer Täuschung. In Dresden galt das Bild von Anfang an für ein Werk des Christoph Halter, welcher 1592 geboren war, 1648 zu Nürnberg starb, Schüler des Georg Gärtner daselbst und Historienmaler war. H. bezweifelte nur den Vornamen Christoph desselben. Unser Bild rührt aber sicher nicht von einem Nürnberger Historienmaler der ersten Hälfte des XVII. Jahrhunderts, sondern von einem Landschafts- und Architekturenmaler der zweiten Hälfte desselben her. Auch ist es eben nicht Halter, sondern Halder bezeichnet. Es kann daher kein Zweifel sein, dass es dem oben erwähnten wenig bekannten Meister dieses Namens zurückgegeben werden muss.

Karl Ruthart.

Wahrscheinlich Süddeutscher von Geburt; doch 1663–1664 Meister der Antwerpener Gilde (Liggeren II, N. 346; 353). Die

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Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 636. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/668&oldid=- (Version vom 1.8.2018)