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und Lerm. (S. 235) denken sogar nur an die Schule Seb. Mainardi’s, des Schwagers und Nachahmers Ghirlandajo’s. – Phot. Braun X. 5.

Der Erzengel Michael. 17. (17.) 1 a.

Kniestück nach rechts auf hellblauem Grunde. Der Engel trägt über seinem Harnisch einen roten Mantel , das Schwert in der Rechten, die Weltkugel in der Linken.

Ital. Pappelholz; rund; h. u. br. 0,22. – 1860 aus Woodburne’s Nachlass, London. – Gegenstück zum folgenden. – Bisher unbegreiflicher Weise Starnina (zweite Hälfte des XIV. Jahrhunderts) benannt, obgleich es unverkennbar 100–125 Jahre jünger ist und am meisten an die Schule Ghirlandajo’s erinnert. Vgl. Cr. u. Cav. II. S. 75; Lerm. S. 244.

Der Erzengel Raphael. 18. (18.) 1 a.

Kniestück nach links auf hellblauem Grunde. Er trägt einen gelben Mantel über weissem Kleide, hält den Kasten mit der Galle des Fisches in der Rechten und führt den kleinen Tobias mit dem Fische an der Linken.

Ital. Pappelholz; rund; h. 0,22; br. 0,21½. – 1860 aus Woodburne’s Nachlass, London. – Gegenstück zum vorigen. Vgl. die Bemerkungen zu diesem.

Schule Filippino Lippi’s.

Filippino Lippi, geb. zu Prato 1457 oder 1458, gest. zu Florenz den 18. April 1504, war Schüler des Fra Diamante, Hauptnachfolger seines Vaters Fra Filippo Lippi und Sandro Botticelli’s. Thätig vornehmlich zu Florenz.

Maria mit dem Kinde. 19. (46.) 1 a.

Maria als Halbfigur, nach links gewandt. Sie hält das Kind fest, welches links auf einer Mauer sitzt und in einem Buche blättert.

Ursprünglich auf Holz; 1864 durch Schirmer auf Leinwand übertragen; h. 0,48; br. 0,37. – 1857 aus Steinla’s Nachlass. – Bisher als eigenhändiges Werk Filippino’s, kann aber nur als schwächeres Schulbild gelten. So auch Lerm. S. 246. – Phot. Ges.

Piero di Cosimo.

Geb. 1462 zu Florenz, gest. daselbst 1521. Schüler und Gehülfe des Cosimo Rosselli, nach dem er seinen Beinamen erhalten. Arbeitete in Florenz und in Rom.

Heilige Familie. 20. (24.) D 3.

An einem isolirt vor reicher Landschaft aufragenden Felsen kniet Maria über das nackte Kind gebeugt, welches, halb von ihr gehalten, links neben ihr liegt und seinen kleinen rechten Arm auf ein weisses Kissen lehnt. Weiter links sitzt der etwas ältere Johannesknabe, welcher den Kreuzesstab in der Linken hält, mit der Rechten aber liebkosend den

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 33. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/65&oldid=- (Version vom 1.8.2018)