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Leinwand; h. 1.89; br. 2,59. – Befand sich zur Zeit des Inventars 1722–28, A 1338, auf der „grossen Treppe.“ – Bei H. unter den Werken des älteren Kranach; dass es in Wirklichkeit ein Werk des jüngeren ist, bemerkten schon Schuchardt (II, S. 45) und Waagen (Bemerkungen S. 40) zu dem folgenden , seinem Gegenstücke, welches ihnen allein bekannt war, da das unsere erst 1860 dem Vorrate entnommen wurde. In der That zeigen beide Bilder in charakteristischer Weise die frühere Art des jüngeren Kranach. So auch Scheibler (Dr. Not.). – Uebrigens befand sich der alte Kranach ja auch 1551, als diese Bilder gemalt wurden, gar nicht in Wittenberg, sondern in Augsburg.

Der erwachte Waldriese und die Zwerge. 1944. (1914.) P 2.

Fortsetzung des vorigen Bildes. Nach links gewandt steht der Riese da und haut mit erhobener Keule auf die auseinanderstiebenden Zwerge ein, von denen er einen, den er gepackt hat, in der gesenkten Rechten hält. Verschiedene liegen tot am Boden, nur wenige haben den Mut ihm noch die Beine zu zwicken. Ein anderer Waldriese trägt links im Mittelgrunde ein Bündel Zwerge auf dem Rücken davon. Im Hintergrunde Hirsche, Bären und Jäger. Bez. und datirt in der Mitte am Baumstamme:

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Lindenholz; h. 1,88; br. 2,61. – Befand sich zur Zeit des Inventars 1722–28, A 1339, auf der „grossen Treppe.“ – Gegenstück zum vorigen. Vergl. alle Bemerkungen zu diesem.

Kurfürst Moritz von Sachsen und seine Gemalin Agnes. 1945. (1942.) O 3.

Halbfiguren, auf grauem Grunde. Der Fürst zur Linken, die Fürstin zur Rechten. Vorn eine weisse Brüstung, auf welcher beider Hände ruhen. Der blonde kurzbärtige Fürst hält seine Handschuhe in der Linken, trägt einen schwarzen Mantel über weissem Wamms mit rotem Aermel und eine niedrige Mütze. Die Fürstin ist schwarz gekleidet und trägt eine ähnliche Kopfbedeckung. An dem weissen Balken stehen zwei lange Inschriften, welche die Persönlichkeiten der Dargestellten näher bezeichnen; unter dem Bildnisse des Fürsten in lateinischer, unter demjenigen der Fürstin in deutscher Sprache. Dazu bei ihm ein Vers aus Proverb. XVII, bei ihr aus Paulus „Paulus spricht“ etc. Die Hände beider ragen in die Inschriften herein. Bezeichnet links oben:

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Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 617. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/649&oldid=- (Version vom 1.8.2018)