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Lindenholz; h. 1,20; br. 0,82½. – Erst nach 1741 aus der Kunstkammer zur Galerie. – Schon bei Schuchardt II, S. 45, mit Recht nur als Werkstattsbild.

Die Darstellung im Tempel. 1935. (1923.) O 2.

Kniestück. Rechts steht Maria und hält ihr Kind über den Tisch. Links steht anbetend der Priester, vor dem vorn ein Gehilfe ein Räucherfass schwingt. Zwischen dem Priester und Maria stehen Anna und Joseph; rechts und links verschiedene Nebenfiguren.

Lindenholz; h. 0,83½; br. 1,20. – Kam am 20. Nov. 1657 zur Kunstkammer, erst nach 1741 zur Galerie. – Schon bei Schuchardt II, S. 43, mit Recht nur als Werkstattsbild.

Drei Paare. 1936. (1931.) P 2.

Kniestück auf schwarzem Grunde. An einem Tische, auf dem ein Teller mit Früchten steht: links der Alte mit der Jungen, die ihm den Geldbeutel nimmt, während sie ihn liebkost; in der Mitte der Junge mit der Alten, die ihn bezahlt; rechts das junge Paar in lebhafter Unterhaltung.

Lindenholz; h. 0,73½; br. 1,21½. – Am 20. Nov. 1657 zur Kunstkammer, später im Vorrat, erst 1861 zur Galerie. – Recht rohes Werkstattsbild.

Art Lukas Kranach’s d. ä.

Die heilige Katharina. 1937. (1950.) O 1.

Ganze Gestalt nach rechts unter blauem Himmel. Die gesenkte Linke stützt sie auf’s Rad, die Rechte auf’s Schwert.

Lindenholz; h. 1,38; br. 0,46. – Im alten Inventar 1722–28, B 260, jedoch nicht als „Cranach“, wie H. angab, sondern als unbekanntes Original. – Gegenstück zum folgenden. – Bei H. wurden diese Bilder zur Schule Kranach’s gestellt; von Waagen (Bemerkungen S. 40) wurden sie für Werke M. Grünewald’s erklärt, was nach dem heutigen Stande der Grünewald-Forschung unmöglich ist. Scheibler (Dr. Not.): „Sehr frühe eigenhändige Bilder des älteren Kranach, in der Art derer, welche man eine Zeit lang fälschlich dem Grünewald zuschrieb.“ Wir geben das letztere zu, auch dass unter diesen „Pseudogrünewalds“ viele eigenhändige Bilder Lucas Kranach’s vorkommen (vergl. des Verfassers „Geschichte der Malerei“ II, S. 419–420; dazu Kunst-Chronik XVII, N. 9, N. 13, N. 23), haben aber niemals behauptet, dass alle jemals fälschlich dem Grunewald zugeschriebenen Bilder eigenhändige Werke Kranach’s seien und halten die Eigenhändigkeit gerade der vorliegenden auch mindestens für fraglich; doch ist die Frage noch nicht völlig spruchreif.

Die heilige Barbara. 1938. (1951.) O 1.

Ganze Gestalt nach links unter blauem Himmel. Den Kelch hält sie in den von ihrer weissen Schürze bedeckten Händen. Hinter ihr steht der Turm.

Lindenholz; h. 1,38; br. 0,46. – Inventar 1722–28, B 261, als unbekanntes Original. – Gegenstück zum vorigen. Vergl. alle Bemerkungen zu diesem.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 614. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/646&oldid=- (Version vom 1.8.2018)