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Die Predigt des Täufers. 1925. (1911.) O 3.

Johannes steht links auf einem Baumstumpf. Den übrigen Vordergrund füllt das lauschende Volk: links gepanzerte Krieger, rechts vorn Herren in bürgerlicher Tracht, hinter ihnen Reiter. Im Hintergrunde Tannenwald. Oben halblinks ein grosser Zettel mit der Inschrift (in gothischen Buchstaben):

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Luce am III Ca. Ir boff (sic = hoff) und Krigsleute last euch an eur Besoldung benugen und beschwert noch übersetzt niemands und swanzet (von andern „finanzet“ gelesen) den leuten nit das ihre ab. Im letzten Buch Mossi am XVI Ca. Dan wer schankungen nimt kan nit einem wie dem andern das Recht und die Wahrheit widerfahren lassen. Dazu bezeichnet:

Lindenholz; h. 0,72½; br. 1,20½. – Nach H. 1710 aus Leipzig. Nach dem Inventar der Kunstkammer von 1741 jedoch am 20. November 1657 zur Kunstkammer, später zur Galerie. – Ein ähnliches Bild in der Braunschweiger Galerie ist von 1549 datirt und zeigt schon die Hand des jüngeren Kranach. – Schuchardt II, 236 erklärt unser Bild für eigenhändig; III, S. 148, N. 38 aber nimmt er dies zurück. In der That erscheint es, so tüchtig es gemalt ist, doch zu schwer in der Durchführung, um für ein ganz eigenhändiges Bild des Meisters gelten zu können.

Christus und die Ehebrecherin. 1926. (1922.) O 2.

Halbfiguren auf schwarzem Grunde. Die Ehebrecherin steht rechts; der Heiland steht in der Mitte, umfasst ihr rechtes Handgelenk mit seiner Linken und deutet mit der Rechten lebhaft auf sie zurück, während er sich dem hässlichen, geharnischten Manne zuwendet, der links vorn mit Steinen im Hut, einem Stein auch schon in der Rechten, zum Wurfe bereit dasteht.

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Im Mittelgrunde die Köpfe vieler Zuschauer. Bezeichnet links oben:

Lindenholz: h. 0,83½; br. 1,20½. – Kam am 20. November 1657 zur Kunstkammer; befand sich nach Inventar 1722, A 1295, später in der katholischen Kirche, kam erst nach 1741 zur Galerie. Schon von Schuchardt II, S. 44, nur als Werkstattsbild bezeichnet. Doch ist es so klar und fest in der Durchführung, dass eine eigenhändige Beihilfe des Meisters nicht ausgeschlossen erscheint.

Christus segnet die Kinder. 1927. (1912.) P 2.

In der Mitte steht der Heiland in ganzer Gestalt, nach rechts gewandt. Er herzt ein Kindlein, das er auf seinen linken Arm genommen und legt die Rechte auf

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 611. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/643&oldid=- (Version vom 1.8.2018)