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deutschen Wissenschaft jedoch niemals anerkannt worden. Woltmann („Holbein, 2. Auflage, II, S. 124) sagt darüber: „Spätere, wahrscheinlich Baseler Arbeit, offenbar aber nach einer Zeichnung von Holbein.“ – Phot. Braun XII, 21 und Phot. Ges.

Schwäbischer Meister A. B. Zweite Hälfte des XVI. Jahrhunderts.

Die Verkündigung. 1896. (1961.) P 2.

Rechts kniet Maria an ihrem Betpult vor grünem Vorhang neben offenem Fenster. Links kniet der Engel der Verkündigung, das Spruchband in den Händen. Rechts oben fliegt noch ein kleines Englein mit dem Kreuze im Arme herein.

Lindenholz; h. 0,42; br. 0,39½. – Wie die folgenden vier, seine Gegenstücke, schon 1640 in der Kunstkammer, nach 1741 zur Galerie. Wegen des aus A und B zusammengesetzten Monogramms auf dreien der fünf Bilder dieses Cyklus schloss man auf einen gewissen „Augustin Braun aus Köln um 1630.“ So bei H. Sicher aber gehören die Bilder nicht der Mitte des XVII. Jahrhunderts an. Sollte ein Kölner A. B. sie gemalt haben, so wäre Arnold Bruyn, der Sohn des bekannten Bart. Bruyn, welcher in der zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts lebte , der wahrscheinlichere Meister. Aber das Lindenholz auf dem und der Stil in dem diese fünf Bilder gemalt sind, weisen ihnen ihren Platz in der oberdeutschen Kunst an. Scheibler (Dr. Not.) glaubt an Christ. Amberger (geb. um 1500, 1530 Meister in Augsburg, 1560 oder 1561 daselbst gestorben) denken zu dürfen, zumal das Monogramm in Am Berger aufgelöst werden könnte. Wir begnügen uns einstweilen, den oberdeutschen Monogrammisten als solchen hinzustellen.

Der Besuch der Frauen. 1897. (1962.) P 2.

Rechts Häusermauern, links wilde Alpenlandschaft. Davor vorn über der Schlucht eine hölzerne Brücke, über welcher Maria von links der rechts stehenden Elisabeth zur Begrüssung entgegengegangen ist.

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Bezeichnet oben in der Mitte:

Lindenholz; h. 0,41½; br. 0,38½. – Gehört zu dem vorigen und den folgenden. Vergl. die Bemerkungen zum vorigen N. 1896. Anmerkung WS: zeitgenössische Photographie

Die Anbetung des Kindes. 1898. (1963.) P 2.

Der neugeborene Heiland liegt vorn in der Krippe. Ihn zu verehren naht von rechts eine Schar anmutiger Engelknäblein; links aber kniet Maria, hell von dem vom Kinde ausgehenden Lichte beleuchtet. Hinter ihr steht Joseph.

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Links in der nächtlichen Landschaft die Verkündigung an die Hirten. Bez. oben rechts:

Lindenholz; h. 0,41½; br. 0,39½. – Gehört zu den vorigen und den folgenden. Vergl. die Bemerkungen zu N. 1896. Anmerkung WS: zeitgenössische Photographie

Die Beschneidung Christi. 1899. (1964.) P 2.

Der Priester thront mit dem Kinde auf dem Schoosse, nach links gewandt, in altem Rundbogentempel. Der Rabbiner, welcher die Ceremonie vollzieht,

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 601. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/633&oldid=- (Version vom 1.8.2018)