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Drittes Bruchstück der Anbetung der Könige. 1885. (1881.) O 3.

Ein Hirt blickt, auf eine Brüstungsmauer gestützt, zwischen Säulen hervor. Die Flöte liegt neben ihm.

Lindenholz; h. 0,31½; br. 0,20½. – Vergl. die Bemerkungen zu N. 1883.

Angeblich A. Dürer.

Der heilige Hieronymus. 1886. (1863.) O 2.

Halbfigur des kahlköpfigen, graubärtigen Heiligen, nach rechts gewandt, vor einer Zelle, zu der man links in eine Kirche hinausblickt. In seinen Händen ein Totenkopf. Rechts vor ihm auf dem Tische ein Crucifix, ein aufgeschlagenes Buch und eine Sanduhr. Das unechte Monogramm Dürer’s rechts im Buche.

Tannenholz; h. 0,73½; br. 0,59. – 1650 als Geschenk des Grafen Lessle aus Wien in die herzogl. Galerie zu Modena (Venturi p. 246), 1746 von dort nach Dresden. Es galt bis zum Katalog von 1826 als Original Dürer’s. Seit diesem als „nach Dürer“, bei H. nur als „unbekannt.“ Mit Dürer hat es in der That nichts zu schaffen; doch spricht gegen die Ansicht neuerer Kenner, dass es altniederländischen Ursprungs sei, das Tannenholz, auf das es gemalt ist. Wir lassen ihm daher einstweilen seinen Platz unter den Deutschen. – Phot. Braun XIV, 18.

Ecce Homo. 1887. (1864.) O 1.

Nackt, ein weisses Tuch auf dem Schoosse, die Hände zwischen den Knieen gefaltet, sitzt der Dornengekrönte, nach links gewandt, unter der Geisselsäule auf einem Steine. Palast-Ruinen hinter der Hofmauer. Das unechte Monogramm Dürer’s rechts unten.

Lindenholz; h. 0,56; br. 0,41½. – 1748 durch Benzoni aus Venedig. Nach dem Inv. Guarienti (vor 1753) N. 1552 vorher beim Herzog von Mantua. Galt damals noch als echtes Werk Dürer’s; sogar noch im „Catalogue“ von 1765, jedoch bereits nicht mehr im Abrégé von 1782. Später als „nach Dürer.“ Von Hübner als Wiederholung eines Motivs des Jan Gossaert (Mabuse) erkannt; vielleicht nach Maassgabe des Antwerpener Bildes, welches dieses Meisters Namen trägt, jedoch nicht als Original zu unserem Bilde gelten kann. Auf den oberdeutschen Ursprung unseres Exemplars weist das Holz hin, auf das es gemalt ist.


B. Die schwäbische Schule.

Hans Burckmair (Burgkmair).

Geb. 1473 zu Augsburg, gest. daselbst 1531. Schüler seines Vaters Thoman Burgkmair. Weitergebildet unter dem Einflusse Dürer’s und der Oberitaliener. Neben Hans Holbein d. ä. der Hauptmeister der schwäbischen Schule vor Hans Holbein d. j. – Thätig zu Augsburg.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 596. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/628&oldid=- (Version vom 1.8.2018)