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Adriaen van der Werff.

Geb. den 21. Januar 1659 zu Kralingen bei Rotterdam; gest. zu Rotterdam den 12. November 1722. Schüler des Eglon van der Neer. Ansässig in Rotterdam, aber auch wiederholt seit 1696 in Düsseldorf thätig, wo er Hofmaler des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz war. Dieser ernannte ihn auch zum „Ritter“; daher bezeichnete er sich nicht selten als „Chevalier.“ Vergl. die Bezeichnungen.

Schäferscene. 1812. (1754.) 7 c.

Im Garten vor einem plätschernden Brunnen sitzt ein fast nackter bräunlicher junger Schäfer auf feuerrotem Gewände und legt seinen rechten Arm um die Schulter der jungen Schäferin, welche sich mit dem Rücken gegen seine Brust lehnt. Ihr Oberkörper ist entblösst, doch trägt sie einen Rock von weisser Seide und eine Rose im Haar. Links vorn zwischen Blättern und Blumen ein Böcklein und ein Lamm. Bez. u. r.:

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Eichenholz; h. 0,58½; br. 0,47½. – 1710 vom Kurfürsten von der Pfalz geschenkt. Inv. 1721, A 568. – H. las die Jahreszahl irrtümlich 1669 und folgerte daraus, dass der Meister nicht 1659 geboren sein könne. Sein Geburtsjahr steht jedoch fest; und die Jahreszahl ist sicher 1689 zu lesen. – Phot. Braun IV, 40.

Familienbildniss. 1813. (1755.) 7 b.

Die Eltern und drei Kinder hinter mächtigem Steinbogen vor üppigem Garten. Der schon ergraute Vater im grauen Rock und gelb und rot schillerndem Seidenmantel steht, von vorn gesehen, in der Mitte. Links neben ihm sitzt seine Gattin in weissem Seidenkleide und blauem Mantel, mit Pfirsichen im Schooss. Rechts vorn die drei Kinder, vor denen ein orientalischer Teppich über die Brüstung hängt. Das mittlere bläst Seifenblasen. Bezeichnet unten rechts:

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Leinwand; h. 0,61; br. 0,54½. – 1742 durch De Brais aus der Sammlung Carignan in Paris. – Schon im Inventar 1754 (II 56) und noch bei H. als Selbstbildniss des Meisters. Indessen ist die Aehnlichkeit mit dessen anderweitig bekanntem Bildnisse keineswegs zwingend. Auch ist zwar die letzte Zahl der Datirung nicht mehr erkennbar, die 8 indessen ganz deutlich. Das Bild könnte also spätestens 1689 gemalt sein. Der Dargestellte sieht aber älter als 30 Jahre aus. – Phot. Braun VII, 40 und Phot. Ges.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 573. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/605&oldid=- (Version vom 1.8.2018)