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Rosenkranze auf dem rohen Altare liegt. Die Büsserin erhebt ihre Hände und wendet den Blick schmerzlich gen Himmel. Vorn links eine mächtige Distel. Bez. in der Mitte : G. Dou.

Eichenholz; h. 0,60; br. 0,48½. – Die Provenienzangabe bei H. (1763 aus dem Haag) muss irrig sein, da das Bild laut seiner Inventarnummer 2795 schon 1741 durch Kaiserling erworben wurde, auch schon im Inventar 1754 (II 129) verzeichnet steht. – Dass es trotz seiner Inschrift nicht von G. Dou, sondern von einem derben Nachahmer dieses Meisters herrührt, bemerkte schon H.

Pieter de Ring.

Trat den 18. März 1648 der Gilde zu Leiden bei. Malte noch 1660. Weitere Daten aus seinem Leben sind nicht bekannt. (Vergl. das Berliner „Verzeichniss“ von 1883, S. 374–375, Abr. Bredius’ „Catalogus“ 1886, p. 66 und Obreen V, p. 200.

Stilleben mit einem Fasanen. 1724. (1264.) K 4.

Auf einem Steintische mit grüner Decke links ein roter Krebs und kleine Granalen, rechts eine angeschnittene Citrone und ein Messer, in der Mitte ein Zinnteller mit Austern und Kirschen, eine Gewürztüte, ein Brod und Trauben. Weiter zurück eine Glaskanne und ein hohes Stengelglas; in der Mitte ein aufgerichtet hervorragender Fasan. Ganz rechts der Ring, welcher als Monogramm des Meisters gilt.

Leinwand; h. 0,96½; br. 0,79. – 1723 erworben. – Inv. 1722 ff. A 1495 als de Heem. So bis zu H.’s Verzeichniss von 1872. In diesem zuerst als P. de Ring. Die mit dem Namen des Meisters bezeichneten Bilder (z. B. in Hannover und in Antwerpen) lassen keinen Zweifel an der Richtigkeit dieser Benennung zu.

Jan Steen.

Geb. zu Leiden 1626 oder 1627; begraben daselbst den 3. Februar 1679. Schüler des N. Knupfer und seines Schwiegervaters Jan van Goijen. Weiter entwickelt unter dem Einflusse des Frans Hals und des Adriaen van Ostade. Thätig zu Leiden, im Haag (vergl. Abr. Bredius in der Kunst-Chronik XVII,. p. 574) und in Haarlem.

Die Hochzeit zu Cana. 1725. (1579.) 15 b.

In reich bekränzter Bogenhalle tafeln im Hintergrunde die Hochzeitsgäste, spielen über ihnen in einer Loggia die Musikanten. Links im Mittelgrunde steht der Heiland, von vorn gesehen, und gebietet mit erhobener Rechten das Wunder. Vorn im Keller liegt links ein Weib an einem Fasse und lässt einen Knaben trinken, während rechts der wohlbeleibte Kellermeister, neben dem eine Frau in schwarzem Mantel steht,

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Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 546. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/578&oldid=- (Version vom 1.8.2018)