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Innenansicht einer gotischen Kirche. 1185. (1214.) 19 a.

Eine fünfschiffige Kirche von etwas gedrückten Verhältnissen, angeblich die Bonifacius-Kirche in Fulda. Auf der Grabplatte vorn links eine deutsche Inschrift. Rechts unter der Orgel drei Herren mit Halskrausen und ein Bettler. Die Figuren sollen später von C. W. E. Dietrich hineingemalt sein. Die Bezeichnung links am Pfeiler ist nicht ganz deutlich; doch wird sie „Steenwyck fecit An. 1611“ gelesen.

Kupfer; h. 0,38; br. 0,53. – 1743 aus Paris. Nach Scheibler (Dr. Not.) von Steenwyck d. ä.; doch ist dieser jedenfalls nicht lange nach 1604 gestorben, und gerade die Jahreszahl 1611 auf unserem Bilde ist ziemlich gesichert.

Innenansicht einer gotischen Kirche in Abendbeleuchtung. 1186. (1213.) 19 a.

Vorn rechts zwei Knaben mit Fackeln vor dem Zuge, der aus der Sakristei kommt.

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Vom links eine Beterin vor dem Altar, auf dem zwei Kerzen brennen. Kerzen und Ampeln erhellen dürftig den Hintergrund. Bezeichnet links am Pfeiler:

Eichenholz; h. 0,33; br. 0,47. – Zuerst im „Catalogue“ von 1765.

König Karl I. von England in einer Halle. 1187. (1109.) 20 c.

Rechts blickt man durch eine von Säulen getragene Bogenhalle in den Garten. Links steht der König, auf seinen Stab gestützt, in fein gemusterter grau-grüner Kleidung mit grüner Schärpe. Bezeichnet unten links:

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Eichenholz; h. 0,50; br. 0,46½. – Als „Henri Steenwijck et Gonzales Coques“ zuerst, wie das folgende, sein Gegenstück, im „Catalogue“ von 1765. So auch noch 1856 bei H. (wenigstens als „angeblich“ Coques und Steenwijck). Erst 1876 tritt bei H. der Name des Daniel Mijtens (geb. im Haag gegen Ende des XVI. Jahrhunderts, 1610 Meister in Haag, seit 1618 als Hofmaler in London thätig, um 1630 wieder in Holland, wo er 1642 noch lebte) an die Stelle des Gonz. Coques; doch auch nur frageweise. – Steenwijck und Mijtens haben allerdings in London gemeinschaftlich gemalt, wie das lebensgrosse Bildniss Karls I. in der Turiner Galerie beweist, welches die Namenszeichnung des Steenwijck von 1626, diejenige des Mijtens von 1627 trägt; um 1637 aber scheint Mijtens gar nicht mehr in England gewesen zu sein; und dass unser Karl I. von derselben Hand gemalt sei, wie der Turiner, ist auch der Vortragsweise nach nicht überzeugend. Wahrscheinlich sind die Figuren von einem der Londoner Schüler van Dyck’s gemalt.

Königin Henrietta Maria in einem Saale. 1188. (1110.) 20 c.

Rechts blickt man durch eine Bogenthür auf Terrassen hinaus. Die Königin steht, nach links gewandt, an einem mit gelber und blauer Decke behängten

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 379. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/411&oldid=- (Version vom 1.8.2018)