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starb schon 1667. Immerhin ist es, wie das folgende, sein Gegenstück, ein charakteristisches Beispiel der verflachteren spätesten Malweise des Meisters.

In einsamer Felsenschlucht. 1112. (1053.) 18 b.

Rechts die hohe, mit Kiefern bestandene Felswand. Links hinter der Schlucht ein Castell. Vom rechts ein Reiter, nach links gewandt. Andere Leute auf dem Wege im Mittelgrunde.

Leinwand; h. 0,58½; br. 0,49. – Als N. 3141 im Jahre 1742 durch Riedel aus Prag. – Gegenstück zum vorigen. Vergleiche die Bemerkungen zu diesem.

Angeblich Mattheus Vroom.

Ein Maler dieses Namens war 1620 Meister der Antwerpener Gilde. Liggeren I, p. 561 und 563.

Maria de’ Medici’s Landung in Antwerpen. 1113. (1129.) P 7.

Im Mittelgrunde die Schelde mit vielen Schiffen, im Hintergrunde das jenseitige Ufer, im Vordergrunde der Strand.

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 359.jpg

Rechts vorn wartet der mit sechs Schimmeln bespannte Wagen. Die Königin schreitet auf rotem Teppich mit zahlreichem Gefolge an’s Land. Vor ihr kniet ein Mädchen in allegorischer Tracht; in der Mitte harren die Würdenträger Antwerpens. Links Volksscene. Bezeichnet vorn rechts:

Eichenholz; h. 0,64½; br. 0,92. – Inventar 1722, B 381. – Damals keinem bestimmten Meister, bei H. frageweise dem Mattheus Vroom zugeschrieben. Diese Hypothese beruht nur auf der Uebereinstimmung unseres Monogrammes, sowie des Ortes und der Zeit der Entstehung des Bildes mit der oben angeführten Liggeren-Notiz; dass sie anwahrscheinlich sei, lässt sich nicht behaupten.

Adam (nicht Anton) Frans van der Meulen.

Geb. zu Brüssel den 11. Januar 1632, gest. zu Paris den 15. October 1690. Schüler des Peter Snayers zu Brüssel. Thätig als Hofmaler und Akademie-Professor zu Paris.

Ausfahrt Ludwig’s XIV. nach Vincennes. 1114. (1131.) 18 b.

Der sechsspännige Wagen der königlichen Familie, dem zahlreiche Vorreiter vorausziehn und berittene Hofleute folgen, bewegt sich, nach links gewandt, durch die baumreiche Hügellandschaft. Links harren entblössten Hauptes Zuschauer zu Fuss und zu Ross.

Leinwand; h. 0,60; br. 0,85. – 1742 durch de Brais aus Paris. Damals schon als „Promenade de Louis XIV à Vincennes“ bezeichnet.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 359. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/391&oldid=- (Version vom 1.8.2018)