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Vorn rechts ein Hund. Die Bez. D . Teniers. Fec. rechts unten sieht in ihrer dunklen, scharfen Schwärze wie später draufgesetzt aus.

Eichenholz; h. 0,30; br. 0,38½. – Inventar 1722. A 532. – Bei H. noch als echtes Werk des D. Teniers d. j. – Dagegen schon Bode bei v. Zahn S. 202. Es zeigt in der That eine zu mühsame Vortragsweise und zu schwere Färbung für den Meister.

Der schlafende junge Bauer. 1089. (1008.) P 9.

Vorn links am Bier- und Rauchtische lehnt der junge Bauer sich, eingenickt, gegen die Wand. Ueber ihm blickt jemand zur Wandluke herein. Rechts im zurückliegenden Gemache vier Männer und eine Frau am Kamin. Bezeichnet rechts unten (unecht); D . Teniers. Fec.

Eichenholz; h. 0,35; br. 0,25. – Inv. 1722. A 446, als Original. Später als unecht im Vorrat. 1846 wieder als echt zur Galerie. Dass es wirklich unecht ist, hat Bode (bei v. Zahn S, 202) schon 1873 betont. Es ist zu leer im Vortrag, zu schwer in der Farbe für den Meister selbst; auch sieht man der Bezeichnung an ihrer scharfen Schwärze die Unechtheit an.

Lautenspieler und Flötenbläser. 1090. (1018.) P 7.

Kniestück. Ein dicker, blondlockiger Mann in grauem Rocke und schwarzer Pelzmütze sitzt vor seinem Notenhefte am Tische und spielt die Laute. Links hinter seiner Schulter blickt ein Flötenbläser mit roter Kappe hervor.

Eichenholz; h. 0,19½; br. 0,16. – Inventar 1722, A 606. – Damals als „unbekannt.“ Später im „Vorrat.“ 1861 zur Galerie als eigenhändiges Werk D. Teniers des jüngeren. So unmöglich, wie sie Bode (bei v. Zahn a. a. O. S. 202) 1873 erschien, erscheint uns die Eigenhändigkeit (um 1686–1688) nicht; aber da das Werk nicht einmal im ältesten Inventar dem Teniers selbst zugeschrieben wurde, so versetzen auch wir es unter die Werkstattsbilder.

David Teniers d. j., Nik. van Veerendael (geb. zu Antwerpen 1640, gest. daselbst 1691, Nachfolger des D. Seghers, vergl. N. 1229) und Carstian Luckx oder Luyx (Meister zu Antwerpen um 1644).

Vor der Küche. 1091. (1019.) M 3.

Links vorn ein Tisch mit toten Vögeln auf weissem Tuche, einem Fisch in einer Schale und einem stattlichen Glase Blumen vor graubrauner Wand. Rechts eine Küche, in welcher hinten der Koch am Feuer steht, vorn sein Gehülfe an einem Tische beschäftigt ist; daneben ein Hund. In der Mitte eine Säule mit rotem Vorhang. Bezeichnet links neben den Blumen: N. v. Verendael; – in der Mitte am Gestell über dem Katzenrücken; Carstian Luckx; – rechts unten; D. T. (wie umstehend).

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 351. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/383&oldid=- (Version vom 1.8.2018)