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Windsor Castle; ein ganz gleiches Bild giebt es unseres Wissens jedoch nicht. Van Dyck beschäftigte damals in seiner Londoner Werkstatt ausgezeichnete Schüler und Mitarbeiter, welche die Wiederholungen der Bildnisse der Königlichen Familie, oft mit leichten Veränderungen, oft auch unter seiner eigenhändigen Beteiligung, auszuführen pflegten. Die Werkstattsbilder dieser Art, zu denen auch unser Bild gehört, galten und gelten noch heute als Werke van Dyck’s. – Gest. von J. L. Raab. – Phot. Braun I, 26 und Phot. Ges.

Bildniss eines sitzenden Mannes im Pelz. 1035. (1075.) J 4.

Kniestück nach links auf braunem Grunde. Die linke Hand ruht auf der Seitenlehne des Sessels; mit der Rechten macht er eine sprechende Bewegung. Pelzmantel und Pelzmütze; eine Denkmünze um den Hals.

Leinwand; h. 1,17; br. 0,97. – Nach H. aus Modena. Da es jedoch vielmehr zuerst im Inv. Guarienti (vor 1753) N. 1085 und zwar ohne den Zusatz „fu di Modena“ vorkommt, auch in den von Venturi veröffentlichten modenesischen Inventaren nicht aufzufinden ist, so erscheint diese Angabe nicht richtig. Auch die Bezeichnung des Dargestellten als Martin Ryckaert, welche sich zuerst im Katalog von 1846 findet, beruht auf einem Irrtum. Dieser Maler hatte notorisch nur einen Arm (vergl. F. J. v. den Branden, p. 604; merkwürdiger Weise hat dieser Gelehrte auch auf unserem Bilde nur eine Hand gesehen); der auf unserem Bilde Dargestellte aber zeigt seine beiden Hände. Das von van Dyck gemalte Bildniss des M. Ryckaert mit einer Hand, welches in des Meisters Ikonographie (Wibiral, 113 I) von Jak. Neeffs gestochen ist, befindet sich im Madrider Museum. Dieses Bildniss stimmt aber nur im Sessel und in der Kleidung mit dem unseren überein. Es ist also unrichtig, wenn man das unsere als eine Wiederholung oder gar Copie des Madrider Bildes bezeichnet; und ebensowenig stimmt es mit einem ähnlichen Bilde der Galerie Liechtenstein überein. Die Urheberschaft van Dyck’s ist neuerdings nicht unbezweifelt und des trüben Tones und der schweren Vortragsweise wegen in der That nicht ganz zweifellos. – Gest. von C. G. Raspe ☼ III, 15. – Phot. Braun XII, 28 und Phot. Ges.

Männliches Bildniss, angeblich des Phil. Rubens. 1036. (1079.) M 3.

Brustbild ohne Hände, nach rechts auf braunem Grunde. Der blondhaarige Herr mit kleinem Kinn- und Schnurrbart trägt einen schwarzen Rock, einen schwarzen Mantel und eine weisse Halskrause.

Leinwand; h. 0,66½; br. 0,53½. – Nach H. 1746 aus Modena. Doch findet das Bild sich weder in der von H. herrührenden Abschrift des Modeneser Verzeichnisses, noch in dem von Venturi veröffentlichten Modeneser Inventar von 1743. – Sicher im Katalog von 1835; als Bruder des Rubens schon im Katalog von 1843. Ein anderes Exemplar war 1883 im Privatbesitze zu Stuttgart. Bode erklärte das unsere 1873 (bei v. Zahn S. 203) nur für eine Copie nach van Dyck. Es hat sehr gelitten. Dass Van Dyck es selbst gemalt habe, scheint uns nicht ausgeschlossen zu sein. – Phot. Braun VIII. 27 und Phot. Ges.

Bildniss des Engelbert Taie, Barons von Wemmel. 1037. (1076.) M 3.

Brustbild ohne Hände nach rechts in gemaltem grauen Steinmedaillon. Der schon ergrauende Herr mit ganz kurzem Bart über der Ober- und unter der Unterlippe trägt einen schwarzen Rock und Mantel, eine goldene Kette, eine weisse Halskrause.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 336. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/368&oldid=- (Version vom 1.8.2018)