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p. 428). Man hielt beide Reihen für verloren. Die angeführten Gründe machen es indessen zur Gewissheit, dass unsere vier Apostel zu ihnen gehören; andere Bilder dieser Folgen in der Schleissheimer Galerie.

Der Apostel Matthias. 1019. (951.) M 2.

Halbfigur nach links auf dunkelgrauem Grunde. Roter Rock, grauer Mantel; kurzes braunes Haar, kurzer, schon ergrauender Kinn- und Stutzbart. Beide Hände rechts vorn über ein Buch zusammengelegt.

Eichenholz; h. 0,63 ; br. 0,46½. – Inv. 1722, A 150, als „Rubens.“ Jedoch in der zum vorigen Bilde genannten Folge als Werk van Dyck’s gestochen; hier als Matthias; bei H. „Paulus“ genannt, also mit Inv. 1722. A 288, verwechselt; doch stellt die Nummer 150 noch drauf. – Gegenstück zum vorigen und den beiden folgenden. Vergleiche die Bemerkungen zum vorigen.

Der Apostel Simon. 1020. (949.) M 2.

Halbfigur nach links auf dunklem Grunde. Das glatte Gesicht ist von braunem Haar umrahmt. Beide Hände sind links vorn auf die Säge gestützt.

Eichenholz; h. 0,63; br. 0,47½. – Inv. 1722, A 220, als „Franck.“ (Vergl. jedoch die Bemerkungen zu N. 1018, seinem Gegenstücke, wie das vorige und das folgende. Als „van Dyck“ übrigens auch schon in den Dresdener Katalogen von 1812–1833.

Der Apostel Petrus. 1021. (952.) M 2.

Halbfigur nach rechts auf grauem Grunde. Dunkles Haupthaar, grauer Bart. Der Schlüssel in seiner Rechten.

Eichenholz; h. 0,63 ; br. 0,46½. – Im Inventar 1722. A 194, als „Franck.“ Vergl. jedoch die Bemerkungen zu N. 1018, seinem Gegenstücke, wie die beiden vorigen.

Bildniss eines alten Herrn. 1022. (933.) M 2.

Brustbild ohne Hände nach rechts auf grauem Grunde. Der grauhaarige, graubärtige Herr trägt einen schwarzen Rock und eine weisse Halskrause. Bezeichnet oben links: ÆTATIS SVÆ 60; oben rechts: ANNO 1618.

Eichenholz; h. 0,65½; br. 0,50½. – Im Inv. 1722, A 87, als „van Dyck.“ Später, auch bei H., wie das folgende, sein Gegenstück, ohne Grund dem Rubens zugeschrieben. Die Bilder zeigen vielmehr die frische, feine, geistreiche, wenn auch von Rubens beeinflusste, so doch schon eigenartige Pinselführung der Jugendzeit van Dyck’s. So auch schon Bode bei v. Zahn VI. S. 201. Wenn der Verfasser in seiner „Geschichte der Malerei“ III, S. 444 annahm, dass dieses Bild und das folgende, die nach einer alten Nachricht (Kramm a. a. O. II, p. 390) nach Polen (welches im vorigen Jahrhundert mit Sachsen identificirt wurde) verkauften, beglaubigter Maassen 1618 von van Dyck gemalten Bildnisse seien, so hatte er damals noch nicht in Erfahrung gebracht, dass der Urheber jener Nachricht, welcher die Bilder zur Zeit der Abfassung seines Manuscriptes allerdings in Antwerpen nur in Copien vor Augen zu haben, früher dort aber im Original gesehen zu haben erklärte, erst 1722 geboren war; und 1722 befanden sich unsere Bilder eben schon in Dresden. Immerhin könnte er in seiner Jugend die Copien für die Originale angesehen haben. Sonst müsste zweimal ein 1618 gemaltes Bildnisspaar von der Hand van Dyck’s nach „Polen“ verkauft worden sein. – Gestochen 1757 von J. Daullé für die Dresdener Galerie als „Rubens.“ Voorhelm- Schneevogt p. 189, N. 205. – Phot. Braun VI. 26 und Phot. Ges.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 332. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/364&oldid=- (Version vom 1.8.2018)