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Der verlorene Sohn. 1011. (1042.) J 3.

Vorn rechts steht der lebensgrosse, fast nackte Jüngling, nach links gewandt, neben seinen Schweinen, die aus einem Troge fressen. Neben ihm eine Kuh, hinter welcher eine Bäuerin mit der Milchkanne auf dem Kopfe steht. Weiter links ein Bauer vor einem Schimmel. Links im Mittelgrunde eine Alte in der Thür der Hütte. Links vorn ein Knabe mit einem Hunde.

Leinwand; h. 2,36; br. 3,69. − Inventar Guarienti (vor 1753) 146. – Phot. Braun XIII. 23.

Die Darstellung im Tempel. 1012. (1044.) J 4.

Unter rotem Zeltdach, über dem durch die kreisrunde Oeffnung des hohen Tempeldaches das Tageslicht hereinblickt, stehen Maria, nach rechts gewandt, und der Hohepriester, welcher das Kindchen im Arme hält, einander gegenüber. Joseph kniet mit dem Taubenkorb links neben Maria. Knaben mit Kerzen begleiten den Hohenpriester. Priester und Zuschauer im Hintergrunde.

Leinwand; h. 3,95½; br. 3,05. – Inventar 1754. II 199.

Am Grabe des Heilands. 1013. (1043.) J 3.

Joseph von Arimathia, Johannes, Christi Mutter, Maria Magdalena und die beiden anderen Frauen, von denen die eine im Vordergrunde sitzt, während die übrigen gebückt stehen, blicken, alle nach links gewandt, in das Grab des Heilandes. Eine der Frauen leuchtet mit einer Kerze.

Leinwand; h. 2,15; br. 1.46½. – Inv. Guarienti (vor 1753) 209 als „opera delle più belle che abbia fatte l’autore.“

Alt und Jung. 1014. (1045.) J 1.

Das Sprichwort: „Soo d’ ouden songen, soo pepen de Jonge“ steht als Inschrift über dem Bilde. Am gedeckten Tische sitzen links die beiden Alten und singen. Der Mann hält das Notenblatt; die Frau blickt mit hinein. Von den Jungen, welche die Flöte blasen, sitzt der eine neben ihnen, der andere rechts auf dem Schoosse seiner mit einem Federhut geschmückten Mutter; der dritte Junge bläst im Mittelgrunde die Dudelsackpfeife. Vorn links ein Weinkühler mit Kannen; vorn rechts ein Stuhl mit einem Hunde, der sich nach dem auf der Lehne sitzenden Affen umschaut. Rechts hinten in der Nische ein Totenkopf und ein Buch. Dazu die Inschrift: „Cogita mori.“

Leinwand; h. 1,68½; br. 2,01. – Inv. 1722, B 259. – Der Meister hat diese Darstellung in ähnlichen Bildern (z. B. im Louvre, in der Pinakothek zu München, im Berliner Museum u. s. w.) oft wiederholt. – Phot. Braun III, 25 und Phot. Ges.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 329. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/361&oldid=- (Version vom 1.8.2018)