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Eichenholz; h. 0.41; br. 0,56½. – Als Inv. N. 2746 durch Kaiserling 1741. – Das Original war für die Kapuzinerkirche in Lille gemalt. Gestochen von J. Witdoeck, F. Ragot. R. Laurie und anonym. V.-Schn. p. 17, N. 35–40.

Die Madonna mit den früchtebringenden Engeln. 995. (941.) P 10.

Maria sitzt nach links gewandt unter einem Fruchtbaume. Das Christkind auf ihrem Schoosse greift mit der Rechten in den Fruchtkorb, den ein kleiner links stehender Engel ihm hinhält, und reicht mit der Linken seiner Mutter einen Apfel. Ein zweiter kleiner Engel im Baum. Ein dritter, grösserer, beugt sich von links über den Korb.

Kupfer; h. 0,65½; br. 0,49½. – Inventar 1722, A 1146. – Ein eigenhändiges Original ist nicht bekannt; doch ist die Composition wiederholt gestochen; von Alex Voet jun. zweimal und von Sinzenich (sicher nach unserem Exemplar) ebenfalls zweimal. V.-Schn. p. 83. N. 75–78.

Die Anbetung der Könige. 996. (940.) P 10.

Maria sitzt rechts an der Krippe und hält ihr Kind dem knieenden Könige hin. Links steht der zweite, einen Kelch in jeder Hand. In der Mitte, von vorn gesehen, harrt der dritte, der schwarze, im Turban und grünem Rocke. Joseph steht rechts hinter Maria. Im Mittelgrunde drängt sich das Gefolge. Rechts zwei langhalsige Kameele.

Eichenholz; h. 0,85; br. 0,63. – 1727 durch Leplat. – Wo sich das Original befindet, ist nicht bekannt. – Gestochen von A. Lommelin, V.-Schn. p. 21, N. 77.

Die hl. Cäcilie. 997. (937.) J 2.

Kniestück nach links. Die Hände der Heiligen gleiten über die Tasten der Orgel. Links neben ihr singen zwei Engelknaben. Oben ein roter Vorhang über einem Fenster.

Eichenholz; h. 1,23; br. 0,94½. – Inv. 1722, A 88, als „Manier des Rubens.“ Kann in der That nicht als das Original gelten. – Ohne den Vorhang und den Hintergrund als Rubens’sche Composition gestochen von W. Panneels und von A. Lommelin. Voorhelm-Schneevogt p. 115–116, N. 47 und 48.

Der hl. Rochus. 998. (960.) P 9.

Oben auf der von einem Gewölbe getragenen getreppten Terrasse kniet der hl. Rochus, zu dem sich rechts der Heiland in rotem Gewände herabgelassen hat, während links ein grosser Engel die Tafel mit der Inschrift: „Eris in peste patronus“ hält. Der Heilige trägt den Pilgerhut. Unten auf der Strasse Pestkranke, die sich zu ihm emporwenden.

Nussbaum; h. 0,56; br. 0,35½. – 1857 von König Johann aus dem Nachlasse der Prinzessin Louise von Sachsen der Galerie überwiesen. – Das Original des Rubens, vor 1626 entstanden, eins seiner berühmten Meisterwerke, befindet sich in der Sanct Rochuskirche zu Alost. Gestochen 1626 von Paulus Pontius; ferner von J. Hunin und anonym. Voorhelm-Schneevogt p. 108–109, N. 133–136.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 325. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/357&oldid=- (Version vom 1.8.2018)