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in das Gefäss, welches ein vor ihm sitzender Knabe hält, teils in dessen Mund. Rechts nascht ein zweiter Knabe Trauben. Vorn ruht eine Tigerin, welche zwei Junge säugt und Trauben zwischen ihren Tatzen hält. Links liegen Früchte.

Leinwand; h. 2,23; br. 1,46. – Inventar 1754. II 89; nach H. aus Brüssel für 2000 Francs de Hollande. – Unter eigenhändiger Beteiligung des Meisters in seiner Werkstatt ausgeführt. So auch Bode bei v. Zahn VI. S. 201. – Die Tigerin daraus gest. von Nic. Rhein. V.-Schn. p. 229 N. 38. – Phot, Braun XV, 22 und Phot. Ges.

Die beiden Söhne des Rubens. 975. (924.) J 1.

Ganze Gestalten, nach links gewandt. Der ältere, Albert, in schwarzem Anzug und Hut, hält ein Buch in der rechten, einen Handschuh in der linken Hand und legt den linken Arm um die Schulter seines rechts neben ihm stehenden Bruders Nikolas. Dieser trägt eine blaue Jacke, ein graues Beinkleid und weisse Strümpfe, alles reich mit orangefarbenen Schleifen besetzt. In der Rechten hält er die mit Schellen versehene Rolle, von der die Leine ausgeht, an welcher er mit der Linken sein Spielvögelchen flattern lässt. Rechts im Hintergrunde graue Säulen.

Eichenholz; h. 1,56; br. 0,91. – 1742 durch de Brais aus der Sammlung Dubreuil in Paris. – Das ursprünglichere Exemplar besitzt anerkanntermaassen die Galerie Liechtenstein in Wien. Das unsere wurde von der älteren Forschung (Smith, Catalogue II, p. 83; Waagen, Kl. Schriften, S. 274) für eine eigenhändige Wiederholung gehalten. Die neuere deutsche Forschung (seit W. Bode bei v. Zahn VI, S. 200), der jetzt auch Rooses beistimmt, sieht jedoch nur eine Schulwiederholung in ihm. Der leereren Modellirung und flaueren Behandlung wegen müssen wir uns dieser Ansicht anschliessen; doch wird die Wiederholung unter des Meisters Aufsicht in seiner Werkstatt entstanden sein und könnte er an einigen Stellen selbst nachgeholfen haben. – Stiche nach dem Liechtensteiner Bilde von G. M. Müller, nach dem Dresdener von J. Daullé ☼ I 50, von J. Danzel und von G. Planer. Voorhelm-Schneevogt p. 167–168, N. 123–125. – Phot. Braun V, 24 und Phot. Ges.

Der Liebesgarten. 976. (918.) M 2.

Rechts mächtige Grotten mit prächtigem Portal; davor ein Rosenbaum, um den Liebesgötter flattern, und ein Springbrunnen. Links Blick in die Landschaft. Vorn ergötzen sich vornehm gekleidete Herren und Damen. Links kosen zwei Pärchen, von denen das eine im Rasen sitzt, das andere steht. Hinter letzterem ein kleiner Amor. Rechts kommen ein Herr und zwei Damen mit zwei Hunden die Stufen herab. Die Mittelgruppe aber besteht aus fünf Damen, einem von hinten gesehenen Herrn, der ganz vorn am Boden sitzt, und einem Lautenschläger, der aus dem Hintergrunde hervorblickt. Den Mittelpunkt dieser Gruppe bildet eine am Boden sitzende schöne

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Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 318. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/350&oldid=- (Version vom 1.8.2018)