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Kupfer; h. 0,17½; br. 0,25. − Inventar 1722, A 575, als „Paul Breugel.“ – Bei H. als Jan Brueghel. – Dass das kräftige, gute Bildchen von dem Meister selbst herrühre, erscheint uns nicht zweifellos. Stich von Beaumont nach einem ganz ähnlichen Bilde Brueghel’s aus dem Cabinet des Comte de la Verrue.

Baumgruppe vor dem Dorfe. 899. (828.) 21 b.

Unter den prächtigen Bäumen des Vordergrundes hält ein zweispänniger Bauernwagen. Im Mittelgrunde liegen Häuser unter Bäumen am Kanal.

Eichenholz; rund; h. 0,23; br. 0,22½. – Inventar 1722, A 676, als „Breugel, or.“ Bei H. als Jan Brueghel. Dass das frische Bildchen von dem Meister selbst herrühre, erscheint uns nicht zweifellos.

Nach Jan Brueghel d. ä.

Die Anbetung der Könige. 900. (803.) Q 1.

Vorn vor der Strohdachhütte sitzt Maria, nach links gewandt, mit dem Kinde auf dem Schoosse. Vor ihr knieen die beiden weissen Könige, hinter denen sich links das Gefolge drängt. Hinter ihr steht der schwarze König mit seinem Gefolge. Im Hintergrunde die Stadt am Fluss.

Fichtenholz; h. 0,45; br. 0,64½. – 1874 in Innsbruck erworben. – Schwache und späte Copie nach dem bezeichneten und von 1598 datirten Original Jan Brueghel’s in der Kaiserl. Galerie zu Wien.

Der See Genezareth. 901. (820.) P 4.

Links reichgegliedertes Bergufer. Im Mittelgrunde neben der Stadt führt eine Brücke zu einer befestigten Felseninsel hinüber. Rechts auf einem der zahlreichen Schiffe am Rande des See’s steht Christus und predigt dem Volke. Ganz vorn sind Fischer mit ihrem Fange beschäftigt.

Eichenholz; h. 0,81; br. 1,20. - 1741 aus der Sammlung Wallenstein in Dux. – Bisher als Originalbild Jan Brueghel’s d. ä.; doch halten wir es seiner härteren, bunteren Malweise wegen nur für eine Copie. – Ein ähnliches Bild (Original) in der Münchener Pinakothek. – Phot. Braun.

Das Element des Wassers. 902. (2070.) P 1.

In der Mitte einer reichen Landschaft sitzt die Göttin des Wassers, welche in der Rechten ein Füllhorn mit Korallen und Perlen hält, während sie mit der Linken die Muschel ergreift, die ein Knabe ihr reicht. Links Waldrand, Felsen, Wasserfall. Vorn reich mit Fischen, Muscheln und Seetieren aller Art bedecktes Ufer. Rechts vorn zwei mit Fischen spielende Knaben, im Hintergrunde das offene Meer.

Eichenholz; h. 0,63; br. 0,97. - 1741 mit den drei folgenden, seinen Gegenstücken, aus der Sammlung Wallenstein in Dux. -- Im Inventar 1754, II 600−603, wurde die Landschaft dieser Bilder dem Brueghel, wurden ihre Figuren dem Platzer zugeschrieben, eine zeitlich unmögliche Zusammenstellung. Bei H. wurden die ganzen Bilder frageweise dem Tiroler Maler Johann Victor Platzer (1665–1708 nach Constantin von Wurzbach’s Biograph. Lexikon, Wien 1870, Bd. XXII; vergl. Eduard von Engerth’s

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 296. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/328&oldid=- (Version vom 1.8.2018)