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Indessen weisen die Formensprache und die Farbenbehandlung unverkennbar auf die niederländische Schule vom Ende des XVI. Jahrhunderts hin. Dass kein anderer, als Cornelis von Haarlem der Urheber sei, hat zuerst Bode ausgesprochen, dann Scheibler (Dr. Not.) zugegeben. Auch uns erscheint es richtig.

Nach Cornelis Cornelisz.

Bildniss des Dichters und Kupferstechers Dirck Volckertszoon Coornhert 853. (1187.) L 3.

(geb. 1522, gest. 1590). Brustbild ohne Hände fast von vorn auf dunkelgrauem Grunde. Schwarzer Hut. Weisser Vollbart, lebhafte graue Augen.

Eichenholz; h. 0,46½; br. 0,37½. – Zuerst im Inv. 1754, II 234, als „Anonymus.“ Seit dem „Catalogue“ von 1765 dem Pieter Mierevelt gegeben, der den Dargestellten jedoch nicht mehr nach dem Leben gemalt haben könnte. Bekannt ist das mit dem unseren übereinstimmende Bildniss des Coornhert von der Hand des Cornelis Cornelisz von Haarlem im Amsterdamer Museum. Die Wiederholung könnte ja immerhin von einem der Mierevelt’s herrühren. Jedenfalls ist zu beachten, dass sich im Nachlass des alten Mierevelt, der seinen Sohn überlebte, ein Bildniss des Coornhert befand. Vergleiche H. Havard, l’Art I 1879, p. 50. Das gleiche Bild auch im Augsburger Museum.

Joachim Antonisz Utenwael (Wttewael, Uitenwael).

Geb. zu Utrecht 1566, gest. daselbst den 13. August 1638 (Bredius, Catalogus p. 89). Durch Reisen in Süd-Europa ausgebildet; seit 1592 in seiner Vaterstadt thätig.

Der Parnass. 854. (1178.) 21 c.

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 284.jpg

In der Mitte einer Waldlandschaft sitzt Apollon an einem Felsen und spielt die Leyer. Vor ihm ruhen die neun Musen. Rechts vorn steht Pallas Athene, am Himmel sprengt Pegasus einher, und vorn in der Mitte liegt, von hinten gesehen, die Nymphe des Quells Hippokrene. Bezeichnet unten links:

Kupfer; h. 0,15½; br. 0,20½. – Vielleicht das Bildchen des Parnass mit den Musen und Pallas, welches 1658 zur Kunstkammer gekommen, wenngleich dasselbe nach dem Inventar der Kunstkammer von 1741 auf Glas gemalt sein sollte. – In der Galerie zuerst nachweisbar seit dem Katalog von 1835.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 284. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/316&oldid=- (Version vom 1.8.2018)