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Ein lachendes Mädchen. 817. (794.) M 3.

Brustbild ohne Hände nach links auf bräunlichem Grunde. Rotes, ausgeschnittenes Kleid. Bezeichnet rechts oben:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 271.jpg

Eichenholz; h. 0,45; br. 0,34½. – 1741 aus der Sammlung Wallenstein in Dux.

Nachahmer des Frans de Vriendt, gen. Fr. Floris.

Loth und seine Töchter. 818. (795.) R 5.

Vorn unter einer Felswand sitzt Loth, nach rechts gewandt. Links neben ihm sitzt die eine seiner Tochter und umschlingt ihn mit beiden Armen. Rechts, etwas weiter zurück, schlummert die zweite, im Hintergrunde Loth’s Weib als Salzsäule und die brennende Stadt.

Pappelholz; h. 0,75½; br. 1.04½. – 1854 aus dem Nachlass des Stadtrats E. W. Schmidt. – Galt bisher als eigenhändiges Werk des Floris; doch scheint es uns dafür zu kalt und hölzern im Vortrag. Eine nur wenig verschiedene Composition des Frans Floris hat C. Cort gestochen.

Peter Brueghel d. ä.

Auch der „Bauern-Brueghel“, „Brueghel le drôle“ genannt. Geb. zu Breughel bei Breda um 1525, gest. 1563 zu Brüssel. Thätig zu Antwerpen und Brüssel. (Die Schreibweise Breughel, zu welcher sein Sohn Peter überging, ist die jüngere, nach heutiger Aussprache der Doppellaute, wie ö, auch die richtigere; doch hat er sich selbst stets ue, nicht eu gezeichnet.)

Bauernschlägerei. 819. (797.) P 6.

Vier Bauern und zwei Bäuerinnen in heftigem Kampfe. Rechts ist eine Frau rücklings zu Boden gesunken; einer der Bauern geht ihr mit der Heugabel zu Leibe; aber von links haut ein zweiter mit dem Dreschflegel auf diesen ein. Ein dritter führt eine Schaufel in’s Gefecht. Ein vierter hält der zweiten Bauernfrau, welche mit erhobenem Kruge dreinschlagen will, den Arm fest. Links im Mittelgrunde steigt ein fünfter Bauer über die Mauer. Die vorn auf dem Boden zerstreuten Karten beweisen, dass der Streit beim Spiel entstanden ist. Im Hintergrunde die Dorfstrasse.

Eichenholz; h. 0,70½; br. 0,98½. – Inv. Guarienti (vor 1753) N. 1590. – Eine Copie von der Hand des Luk. van Valckenborch in der kaiserlichen Galerie zu Wien. – Rubens selbst fertigte eine Copie, die er von L. Vorstermann stechen liess; vergl. K. V. Mander, ed. Hymans I, p. 305. – Andere alte Stiche von anonymen Meisten. – Das Bild war also von jeher berühmt; und zwar wird unser Exemplar

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 271. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/303&oldid=- (Version vom 1.8.2018)