Seite:Karl Woermann Katalog der Gemäldegalerie Dresden 1887.pdf/299

Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

nicht frisch und lebendig genug. Andere alte Wiederholungen befinden sich nach Scheibler (Dr. Not.) in Aschaffenburg und in Pommersfelde. – Phot. Ges.

Hendrik Bles.

Auch „met de Bles.“ Nach seinem Zeichen, dem Käuzchen, von den Italienern „Civetta“ genannt. Geb. zu Bouvignes um 1480, gest. (vielleicht in Lüttich) nach 1521. Entwickelte sich unter dem Einflüsse Joach. Patinir’s, ging jedoch später, besonders als Landschaftsmaler, zu einer eigenen, flüchtigeren Technik über. Thätig in Italien, später in den Niederlanden.

Der Krämer und die Affen. 806. (790.) Q 2.

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 267.jpg

Wilde Felsenlandschaft. Der Händler ist links unter einem hohen Baume eingeschlafen. Von allen Seiten kommen Affen herbei und plündern seinen Kram, den sie nach allen Richtungen auseinandertragen. Ein entsetzter Zuschauer steht links am Wege. Das Merkzeichen des Künstlers, die Eule (Käuzlein), links in einer Höhlung des Baumstammes. Vorn in der Mitte spielt einer der Affen mit einer zweiten.

Eichenholz; h. 0,59½; br. 0,84½. – Inv. 1722, B 1007, als unbekannte Copie. – Als Bles richtig im Katalog von 1846. – Bei H. (im Anschluss an Michiels) zeitweilig bezweifelt. – Das Bild ist, abgesehen von seiner Bezeichnung mit dem Käuzlein, durch K. v. Mander (Ed. Hymans I, Paris 1884, p. 198) beglaubigt. Auch zeigt es deutlich den aufgelockerten Stil der späteren Zeit des Meisters.

Unbestimmter vlämischer Meister. Um 1500.

Ein Altarflügel mit dem Stifter und dem hl. Andreas. 807. (1838.) P 2.

Der nach rechts knieende Stifter trägt einen braunen Pelzmantel und eine schwarze Kappe. Hinter ihm steht der hl. Andreas mit seinem Kreuz. Im Hintergrunde eine reiche Landschaft.

Leinwand (früher Holz); h. 0,75½; br. 0,24. – Am 28. April 1698 zur Kunstkammer, nach 1741 zur Galerie. – Der linke Flügel eines verlorenen Mittelbildes, dessen rechter Flügel N. 808 ist.

Ein Altarflügel mit der hl. Elisabeth. 808. (1839.) P 2.

Nach links gewandt steht die Heilige da. In der linken Hand hält sie ein Madonnenbild, in der Rechten ein Kirchenmodell. In der Landschaft des Hintergrundes rechts auf der Höhe eine Kirche.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 267. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/299&oldid=- (Version vom 1.8.2018)