Seite:Karl Woermann Katalog der Gemäldegalerie Dresden 1887.pdf/296

Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

Eichenholz in Ebenholzrähmchen; h. 27½; br. das Mittelbild 0,21 ½; die Seitenbilder je 0,08. – Zuerst im „Catalogue“ 1765 als „Albr. Dürer“. Ebenso im „Abrege“ 1782 und noch im Katalog 1812. Später als unbekannt, seit 1840 als „Hubert van Eyck“. Als „Jan van Eyck“ zuerst im Katalog von 1846. Seitdem von allen Kennern als vorzügliches Werk dieses Meisters anerkannt. Z. B. Crowe und Cav. E. Fl. P.2 p. 104–107. – Radirt von H. Bürkner (noch in Arbeit)[WS 1]Phot. Braun IV, 24 und Phot. Ges., [Anmerkung WS: zeitgenössische Photographie der Aussenseiten der Flügelbilder]

Roger Van der Weyden.

Französisch: Roger de la Pasture, sonst auch Roger von Brügge und Roger von Brüssel genannt. Geb. zu Tournai um 1400 (vielleicht schon 1399), gest. zu Brüssel den 16. Juni 1464. Schüler des Robert Campin in Tournai; Nachfolger der Gebrüder Van Eyck. Gründer der Brüsseler (Brabanter) Schule. Thätig vornehmlich als Stadtmaler zu Brüssel.

Christus am Kreuze mit den Seinen. 800. (1841.) 21 c.

Schon verschieden, hängt der Heiland am Kreuze, das seine links knieende, von dem hinter ihr stehenden Johannes gehaltene Mutter umklammert, während Maria Magdalena rechts die Hände ringt. Im Hintergrunde eine kahle, von einem Regenbogen überspannte Berglandschaft. In der Ferne die Türme einer Stadt.

Eichenholz; h. 0,32½; br. 0,20½. – 1855 von Herrn Georg Schulz in Celle erworben. 1806 soll es aus dem herzogl. Schlosse zu Braunschweig nach Paris verkauft und so in den Privatbesitz übergegangen sein. Schon H. versah den Namen R. v. d. Weyden’s vor diesem Bilde mit einem Fragezeichen. Seine Motive finden sieh in andern Bildern dieses Meisters wieder. Christus, Maria, Johannes in dem Originalbilde Roger’s in der kais. Galerie zu Wien; die Magdalena in der kleinen Kreuzigung des Madrider Museums, die jedoch nur als Schulbild anzusehen ist. Nach Cr. und Cav. E. Fl. P.2 p. 225 („surely but a school piece“) und Bode bei Zahn VI, S. 199 ist auch unser Bild nur Schulwerk. Auch Scheibler (Dr. Not.) hält die Eigenhändigkeit für mindestens zweifelhaft. Die eigenhändigen Bilder Roger’s pflegen in der That etwas fester modellirt und etwas kräftiger in der Farbe zu sein. Doch giebt unser feines Bildchen im Ganzen eine so richtige Vorstellung vom Kunstcharakter des Meisters, dass es mindestens ein ihm nahestehendes Werkstattsbild sein muss. – Phot. Braun IX, 22 und Phot. Ges.

Nach Hans Memlinc.

Geb. wahrscheinlich im ersten Drittel des XV. Jahrhunderts; 1478 schon längere Zeit in Brügge ansässig, gest. daselbst vor dem 10. December 1495. Schüler des Roger Van der Weyden in Brüssel. Thätig in Brügge.

Anton von Burgund. 801. (1842.) 21 c.

Brustbild nach links auf graublauem Grunde. Das glattrasirte Gesicht des Bastards Philipp’s des Guten und Halbbruders Karl’s des Kühnen ist von langem braunen

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Ergänzung siehe Berichtigungen und Zusätze: Seite 264 Zeile 6 von oben ist „Radirt von H. Bürkner“ (noch in Arbeit) hinzuzufügen.
Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 264. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/296&oldid=- (Version vom 1.8.2018)