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Fünfter Abschnitt.




Die niederländischen Schulen.




I. Meister des XV. und XVI. Jahrhunderts.

A. Die vlämische Schule.

Jan van Eyck.

Geb. zu Maaseijek im letzten Viertel des XIV. Jahrhunderts, gest. zu Brügge den 9. Juli 1444. Schüler seines Bruders Hubert van Eyck. Neben diesem das Haupt der altvlämischen Schule, zugleich der Vervollkommner und Verbreiter der modernen Oelmalerei. Thätig nach längeren Reisen hauptsächlich in Gent und Brügge, doch auch eine Zeitlang in Lille und im Haag.

Ein Flügelaltärchen. 799. (1836.) N 1.

I. Das Mittelbild. Maria mit dem Kinde. Im Chor einer Rundbogenkirche sitzt die Mutter Gottes, leicht nach links gewandt, unter dunkelgrün-gemustertem Thronhimmel auf farbigem Teppich. Sie trägt einen langen roten Mantel über blauem Kleide; ihr Haupt schmückt ein niedriges Diadem. Mit beiden Händen hält sie das nackte Christkind auf ihrem Schoosse. Auf der Schriftrolle in den Händen des Kindes stehen die Worte (Ev. Matth. XI, 29): „Discite a mea, quia mitis sum et humilis corde.“ In der Umrahmung, oben links beginnend, steht vielfach zusammengezogen und abgekürzt mit halb gotischen Buchstaben: (1. Lib. Sap. VII, 29) Haec est

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Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 262. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/294&oldid=- (Version vom 1.8.2018)