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Leinwand; h. 1,93; br. 1,36½. – Wohl Inv. 8° A 2071. Dann, wie auch H. annahm, 1730 als „Copie“ aus Polen; schon deshalb, da Silvestre 1730 in Dresden lebte, sicher nicht von diesem Künstler, wie H. angab. Auch zeigt es dessen Malweise nicht. – Das Bild stimmt mit Ausnahme der rechten Hand, welche sich dort auf einen Commandostab stützt, genau mit dem Bilde des Van Loo überein. welches durch N. de Larmessin’s Stich bekannt ist. Unzweifelhaft war dieses Bild das Vorbild des unseren. Von welchem Van Loo aber rührte es her? Der Stich nennt den Vornamen des Meisters nicht; und es gab eine ganze Reihe Van Loo. Das gleiche Bild wird in der Turiner Galerie dem Charles Van Loo, einem Bruder des Jean Baptiste, im Stockholmer Museum dem Louis Michel Van Loo, einem Sohn des Jean Baptiste, zugeschrieben. Auch nach Nagler, Bd. XIX. S. 374, wäre Louis Michel der Urheber des von Larmessin gestochenen Bildes. Dieses ist jedoch schon aus dem Grunde unwahrscheinlich, weil das Bild dem Alter des Königs nach um 1728 gemalt sein muss, Louis Michel Van Loo aber selbst erst 1707 geboren war. Nach Nagler, Bd. I, S. 164, und nach Rost’s Handbuch (VII, p. 332) stach Larmessin sein Bild vielmehr nach einem Gemälde des Jean Baptiste Van Loo, von dem auch anderweitig berichtet wird, dass er den jungen König in ganzer Gestalt um eben jene Zeit gemalt habe. D’Argensville III (Paris 1752), p. 273: „Le Roi lui en commanda un en pied dont ce peintre fit beaucoup de copies pour Sa Majesté.“ Unzweifelhaft ist dieses Bild eine dieser Copieen, vielleicht, zumal die Haltung der rechten[WS 1] Hand etwas verändert ist, eine teilweise eigenhändige. Doch ist das Turiner Exemplar, welches genau mit dem unseren übereinstimmt, frischer im Vortrag.

Antoine Watteau.

Getauft zu Valenciennes den 10. October 1684, gest. zu Nogent bei Vincennes den 18. Juli 1721. Schüler des Claude Gillot und des Claude Audran in Paris. Studirte Rubens und Paolo Veronese. Thätig hauptsächlich zu Paris.

Gesellige Unterhaltung im Freien. 781. (759.) 6 b.

Eine heitere Gesellschaft von Damen und Herren ruht rechts auf und neben einer Steinbank im Parke; ein junger Mann spielt Guitarre, eine Dame hält ein Notenheft auf ihren Knieen; ganz rechts werden Rosen gepflückt. Links steht ein Herr abseits und betrachtet eine von der Rückseite gesehene liegende steinerne Nymphe. Eine zweite Gesellschaft lagert im Mittelgrunde auf dem Rasen. Hinten links im Thal eine Wassermühle.

Leinwand; h. 0,60; br. 0,75. – Inv. Guarienti (vor 1753) N. 1748. – Gegenstück zum folgenden. – Phot. Braun II, 20 und Phot. Ges.

Das Liebesfest. 782. (760.) 6 b.

Rechts im Park steht eine Statue der Göttin der Liebe. Zu ihren Füssen sitzen drei Pärchen. Ein viertes wandelt, noch einmal zurückblickend, rechts durch das Gebüsch davon, in dem noch zwei andere Pärchen auftauchen. Links

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Druckfehlerberichtigung siehe Druckfehler: Seite 256 Zeile 20 von oben lies rechten statt rechteu.
Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 256. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/288&oldid=- (Version vom 1.8.2018)