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Französische Schule. Ende des XVII. Jahrhunderts.

Die Kreuzigung Christi. 764. (784.) 44 b.

In der Mitte das Kreuz, an dem der Heiland hängt. Zu beiden Seiten in schräger Stellung die Kreuze der Schacher. Unten links ein behelmter Krieger auf weissem Rosse, das ein halbnackter Knecht bändigt. Die Angehörigen Christi rechts im Mittelgrunde.

Leinwand; h. 0,86; br. 0,55½. – 1741 (nicht 1744) durch Rossi aus Venedig als „Poussin.“ – 1858 wurde der Kopf Christi von Frevlerhänden herausgeschnitten. Nachdem ein Stück Leinwand eingesetzt worden, wurde es durch Schirmer nach Massgabe des Christuskopfes von Guido Reni hergestellt.

Das Urteil Salomonis. 765. (785.) 44 b.

Salomon thront in stattlicher Halle. Vorn rechts ist der Henker im Begriff, das Kind, welches ihm die vor ihm knieende rechte Mutter zu entreissen sucht, zu durchhauen. Links steht die angebliche Mutter; zu ihren Füssen liegt das gestorbene Kind. Zuschauer zu beiden Seiten.

Leinwand; h. 0,73; br. 0,58½. – Nach H., als Gegenstück zum vorigen, durch Rossi aus Venedig; doch scheint dies ein Irrtum zu sein. Wir fanden das Bild zuerst im Katalog von 1835.

III. Meister des XVIII. Jahrhunderts.[WS 1]

Louis de Silvestre (le jeune).

Geb. zu Paris den 23. Juni 1675, gest. daselbst den 12. April 1750. Schüler Charles le Brun’s und Bon Boulogne’s. Thätig abwechselnd in Dresden, wo er Hofmaler war und geadelt wurde, und in Paris; in Dresden und Warschau von 1725 bis 1750.

Nessus und Deïanira. 766. (758.) 45 c.

Der Kentaur Nessus, welcher als Fährmann dient, hält des Herkules Gattin Deïanira in den Armen und durchschreitet mit ihr, leicht nach links gewandt, den Fluss. Herkules sieht, dass der Kentaur sich ungebührlich gegen die sich sträubende Deïanira benimmt, und ist gerade im Begriff, um ihr beizustehen, in’s Wasser zu rennen. Rechts vorn liegen sein Bogen und seine Pfeile. Bezeichnet auf der Rückseite: peint par Louis Silvestre à Dresde 1732.

Leinwand; h. 1,08; br. 1,46. – 1733 durch Silvestre selbst geliefert. – Phot. Braun XII, 19.

Die Familien-Zusammenkunft zu Neuhaus. 767. (752.) E.-S.

Diese fand am 24. Mai 1737 zwischen der Kaiserin Amalie (der Witwe Kaiser Joseph’s I.), ihrem Schwiegersohn König August III. und dessen Gemahlin, ihrer Tochter Maria Josepha, sowie deren ganzer

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Ergänzung siehe Berichtigungen und Zusätze: Seite 252. Ueber „Louis de Silvestre“ ist die Ueberschrift: „III. Meister des XVIII. Jahrhunderts“ ausgefallen.
Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 252. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/284&oldid=- (Version vom 1.8.2018)