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Horizonte die Campagna. Links vorn unter Bäumen ein Bergweg, an dem zwei Männer ruhen. Licht von links.

Leinwand; h. 0,54; br. 0,83½. – Inv. 1722, A 372. Damals als Original, jedoch später, auch bei H., mit Recht nur als Nachahmung.

Landschaft mit erntenden Kindern. 738. (735.) 44 b.

Berg- und Waldgegend. In der Mitte ein Fluss. Vorn rechts ein Kornfeld mit nackten Kindern als Schnittern. Vorn links nackte Kinder als Beerensammler. Rötliches Licht von links.

Leinwand; h. 0,55; br. 0,72½. – Vielleicht Inventar 8° A 2536, als Gaspar Poussin, 1741 aus den königl. Zimmern. Das Bild zeigt jedoch nur eine entfernte Schulverwandtschaft mit diesem Meister.

Gebäude am Wasser. 739. (1703.) 44 b.

Im Hintergrunde blaue Bergzüge. Im Mittelgrunde am Flusse die Gebäude (Mühle?). Links vorn unter hohen Bäumen vier Männer und eine Frau mit ihrem Kinde an einem offenen Feuer. Licht von links.

Leinwand; h. 0,48½; br. 0,64. – Im Inventar Gotter (vor 1736) mit dem folgenden, seinem Gegenstücke, unter N. 300 und 301 als Werke G. Poussin’s, durch Millet staffirt. Vergl. zu N. 733. – Bei H. frageweise dem Millet zugeschrieben, auf den ihr Stil jedoch nicht hinweist. Sie zeigen eine spätere französische Hand.

Der Waldsee. 740. (1704.) 44 b.

Links am Waldrande ein See. Rechts unter den hohen Bäumen treiben Hirten ihre Schafheerde am Ufer entlang. Vom ein halbnackter Mann und eine Frau im Gespräch. Rechts im Hintergrunde blaue Bergzüge.

Leinwand; h. 0,45; br. 0,64½. – Inventar Gotter (vor 1736). – Gegenstück zum vorigen. Man vergleiche die Bemerkungen zu diesem.

Italienische Landschaft. 741. (1416.) P 10.

Tivoli-Motiv. Rechts die vom Rundtempel gekrönten Felsen, von denen sich ein Wasserfall stürzt; unten der Fluss; Fischer an und im Wasser. Links vor einem Bergschloss eine Brücke; vorn Ziegen und Schafe. Hinten in der Mitte eine graue Bergpyramide.

Leinwand; h. 0,68½; br. 0,54½. – Zuerst im Katalog von 1835 als Pijnacker. Frageweise so noch bei H. Allein das Bild hat mit den leicht erkennbaren Werken dieses Meisters gar keine Aehnlichkeit. Vielmehr Nachahmung Casp. Dughet’s.

Sebastien Bourdon.

Geb. zu Montpellier 1616, gest. zu Paris den 8. Mai 1671. (Vergl. Jal Dict., p. 272; die Gründe, aus denen Bourdon’s Geburtsjahr hier bis 1621 oder 1622 herabgerückt wird, sind nicht überzeugend.) Bildete sich eklektisch durch das Studium seiner französischen und italienischen Zeitgenossen, z. B.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 245. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/277&oldid=- (Version vom 1.8.2018)