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Leinwand; h. 1,02; br. 1.34. – Inv. 1754, II 110. Nach H. aus der Sammlung des Cardinals Mazarin. Begleubigt auch durch’s Liber Veritatis N. 110. Nach diesem für Mr. Purasson in Lyon gemalt. Die Jahreszahl 1647 (nicht 1661 oder 1667, wie bei H.) deutet auf eine gleiche Entstehungszeit mit der berühmten „Mühle“ im Pal. Doria in Rom, womit die Behandlungsweise übereinstimmt. – Eine Wiederholung sah Smith (1837) bei Th. Hope Esq. – Gestochen von W. Fr. Gmelin und von C. Krüger. – Phot. Braun V, 20 und Phot. Ges.

Küstenlandschaft mit Akis und Galatea. 731. (726.) 6 a.

Links das leichtgewellte Meer, vorn am Strande eine schlanke Baumgruppe. Rechts ein bewaldetes Vorgebirge, von dessen Felsenhang ein Wasserfall herabstürzt. In der Mitte des Mittelgrundes eine Hafenstadt, am Horizonte eine Insel. Vorn links am Ufer harren Nereiden mit dem Muschelwagen, in dem sie Galatea an’s Land geführt haben. Diese kniet in der Mitte unter dem Zelte vor ihrem Geliebten, dem Flussgott Akis (Ovid’s Metamorph. XIII, v. 738–897). Zu Füssen des Paares zügelt ein Liebesgott zwei Tauben. Der eifersüchtige Kyklop Polyphem liegt rechts oben neben seiner Herde auf der Matte. Kühlgelbes Sonnenlicht gerade von hinten. Bezeichnet unten rechts:

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Leinwand; h. 1,00; br. 1,35. – Inventar 1754, II 109. – Nach H. aus der Sammlung des Maréchal Grammont in Paris. Beglaubigt durch’s Liber Veritatis N. 141. Nach diesem 1657 für M. Delagard gemalt. In der That ist die Jahreszahl 1657 nicht nur auf der Rückseite der Skizze des Originals des Liber Veritatis beim Duke of Devonshire (vergl. Mark Pattison, Claude Lorrain, Paris 1884, p. 219), sondern auch auf unserm Bilde ganz deutlich zu sehen (nicht 1650, wie bei H.). – Gestochen von W. Fr. Gmelin und von C. Krüger. – Phot. Braun I, 18 und Phot. Ges.

Nach Claude Lorrain.

Landschaft mit dem Hirtenfeste. 732. (727.) 44 a.

Vorn auf der blumigen, von mächtigen Bäumen beschatteten Wiese tanzen ein Hirt und eine Hirtin im Kreise ihrer zuschauenden Genossen und Heerden. Links strömt ein im Mittelgrunde überbrückter Fluss. Rechts liegt die Stadt am Fusse des Gebirges. Warmes Licht von links.

Leinwand; h. 0,74½; br. 1,00. – 1742 durch de Brais aus der Sammlung Carignan in Paris. – Schon im Inventar 1754, II 598, nur als „Manier Claude’s.“ Das anerkannte Original, welches Claude 1639 für Papst Urban VIII. gemalt hatte (Liber Veritatis N. 13), ist „La fête villageoise“ des Louvre zu Paris.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 243. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/275&oldid=- (Version vom 1.8.2018)