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− Bei H. wieder als Original; der trockene Ton des Bildes lässt jedoch die Zweifel an seiner Eigenhändigkeit begründet erscheinen.

Das Lupercalienfest. 725. (723.) R 11.

In der Mitte die beiden nackten wettlaufenden Jünglinge mit Geisseln in der Hand. Rechts vorn die Gruppe der Frauen, welche durch die Berührung jener die Unfruchtbarkeit zu verlieren hoffen. Links der Festzug; auf der Anhöhe ein Tempel.

Leinwand; h. 0,73; br. 0,98½. – Inv. 1722, A 501, als „Manier Poussin’s.“

Faunen und Nymphen. 726. (1661.) 46 a.

Am Fusse eines mit einem Relief geschmückten Denksteins sitzt ein bocksbeiniger Faun neben einer bekränzten Nymphe. Zu ihren Füssen liegen ein Hund und Geräte; weiter rechts steht ein flammender Dreifuss. Rechts führt ein Knäblein ein Mägdlein herein, welches sich in ein langes Laken gehüllt hat. Links bringt eine Nymphe, hinter welcher zwei Satyrn erscheinen, einen Blumenkorb.

Leinwand; h. 0,84; br. 0,99½. – Erst 1861 aus dem „Vorrat“; bei H. als Lairesse, dessen Malweise es jedoch nicht zeigt.

Ein Opfer. 727. (783.) 46 a.

Rechts unter hohen Bäumen bekränzt eine Frau eine bärtige Herme; drei andere knieen, von musicirenden Kindern umspielt, an dem flammenden Dreifuss, vor dem das Opferlamm liegt. Links naht ein Herrscher (Salomon?) an der Spitze seines Gefolges.

Leinwand; h. 1,00; br. 1,32. – 1725 durch Leplat (Inv. 1722, A 1585) als „Bartoletti: Ein Stück, wo einem Abgott geräuchert wird.“ Mit „Bartoletti“ ist Bartholet Flémalle von Lüttich gemeint. Doch rührt das Bild nach Maassgabe unseres bezeichneten Bildes dieses Meisters schwerlich von ihm her. Bei H. als „unbekannt.“

Noah’s Dankopfer. 728. (722.) 44 c.

Inmitten seiner Angehörigen steht Noah rechts vor dem runden, flammenden Altare und blickt gen Himmel, wo Gottvater, von Engeln getragen, in Wolken erscheint. Ganz rechts vorn kniet eine junge Frau mit gefalteten Händen. Vorn in der Mitte liegt ein Lamm am Boden. Im Hintergrunde rechts erhebt sich ein hohes Felsengebirge.

Leinwand; h. 1,08; br. 1,34. – 1731 durch Leplat. – Früher als Original Poussin’s. Doch schon bei H. nur als „Schulbild“. – John Smith (p. 5 zu N. 5) identificirt die Composition irriger Weise mit der 1746 von Joh. Frey in Rom gestochenen, an welche unser Bild nur frei anknüpft. Seine Malweise deutet sogar eher auf die Hand eines Italieners.

V. E.

Um 1640. Von einigen, z. B. von Andresen, I, p. 487, mit dem Maler Ferdinand Elle von Mecheln identificirt, der als

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Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 241. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/273&oldid=- (Version vom 1.8.2018)