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ihr der Flussgott Ladon, der sie in seinen Schutz aufnahm, worauf die Götter sie in das Rohr verwandelten. Ovid’s Metamorphosen I. v. 688–711. Vorn zwei Putti; links eine Nymphe.

Leinwand; h. 1,06½; br. 0,82. – 1742 durch de Brais aus der Sammlung Dubreuil in Paris. – Nach Félibien II, p. 328, um 1637 für La Fleur gemalt. – Bei Smith VIII. p. 121. N. 234, irrtümlich als „für Mr. Stella gemalt.“ – Phot. Braun V. 19.

Das Reich der Flora (L’empire de Flore). 719. (717.) 45 a.

Die nach Ovid’s Metamorphosen in Blumen verwandelten Gestalten vor einem bekränzten Baume, einer Priapusherme und einem Laubengange. Links stürzt der Telamonier[WS 1] Ajas sich in’s Schwert, und aus seinem Blute spriest die Blume Rittersporn hervor; neben ihm blickt Narciss, dem gegenüber die liebende Nymphe Echo sitzt, schmachtend in den Wasserspiegel eines Gefässes. Hinter ihnen schaut Klytia, die sterbend in eine „Sonnenwende“ verwandelt wurde, sehnsüchtig zum Sonnengott empor. Vorn rechts das Liebespaar Krokos und Smilax, von denen jener in die Safranstaude, diese in die Winde verwandelt wurde. Hinter ihnen stützt Adonis, der Geliebte der Venus, aus dessen Blut die Anemonen sprossen, sich auf seinen Speer. Neben ihm Hyakinthos, der Liebling Apollon’s, der in eine blaue Schwertlilie verwandelt wurde. In der Mitte des Bildes tanzt, nach einer alten Auslegung, Flora selbst, Blumen streuend, von Kindergenien umgeben. Nach Ovid’s Metamorphosen würde man eher Mentha, die schöne Nymphe, die der Unterweltsgott in duftende Münze verwandelte, in ihr erkennen.

Leinwand; h. 1,31; br. 1,81. – Inv. 1722, A 376. – Eingehend beschrieben als „La trasformazione de’ fiori“ schon von Bellori, p. 441–442. Desgl. bei Félibien, Entretiens, II, p. 327. – John Smith VIII, p. 135, N. 269. – Gestochen als „L’empire de Flore“ von Ger. Audran. – Phot. Braun I, 17 und Phot. Ges.

Die Aussetzung Mosis. 720. (714.) 45 b.

Rechts vertraut der Vater, am Ufer knieend, das Kind im Korbe den Wellen an. Die Mutter steht schmerzbewegt hinter ihm. Eine Begleiterin wendet ihre Blicke zum Hintergrunde, aus dem von den Pyramiden her die Königstochter mit ihrem Gefolge zur Rettung naht. Links, von hinten gesehen, die mächtige, halb liegende Gestalt des Nilgottes.

Leinwand; h. 1.44; br. 1,95½. – 1742 durch de Brais von Mr. Poincinet aus Paris. – John Smith VIII, p. 9, N. 14. – Die 1654 von Poussin für Mr. Stella gemalte Darstellung desselben Gegenstandes, die unter anderen von Audran gestochen ist (Smith. p. 7. Nr. 11), ist anders angeordnet. – Phot. Braun VII, 19.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Druckfehlerberichtigung siehe Druckfehler: Seite 239 Zeile 11 von oben lies Telamonier statt Telomonier.
Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 239. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/271&oldid=- (Version vom 1.8.2018)