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Die Apotheose des hl. Ludwig. 714. (712.) 44 a.

Im Harnisch und rotem Mantel, doch barhaupt, hat der Heilige sich in den Wolken auf’s rechte Knie niedergelassen, breitet beide Arme aus und blickt zum goldenen Strahlenglanz des Himmels empor, aus welchem zwei Englein mit einer Palme und einem Kranze herabfliegen. Neben seinem Haupte zwei andere Engel; links weiter unten ein dritter, der ein Tuch flattern lässt, auf dem Paris dargestellt ist. Erwachsene Engel schieben von unten die Wolke empor.

Leinwand; h. 2,69; br. 1,48. – 1731 durch Leplat als Werk des Guido Canlassi, gen. Cagnacci, eines Schülers Guido Reni’s. Doch schon seit dem Inv. 1754, II 547, als Werk Simon Vouet’s bezeichnet. Ein Bild verwandter Behandlung von der Hand dieses Meisters z. B. N. 492 des Brüsseler Museums.

Le Valentin.

Geb. frühestens 1591 zu Coulommiers (en Brie), gest. spätestens 1634 zu Rom. (Vergl. Woltm. u. Woerm. III, S. 310, Anm. 3.) Ging früh nach Rom, wo er sich M. A. Merisi da Caravaggio zum Vorbild nahm. Thätig hauptsächlich in Rom.

Der alte Geiger. 715. (736.) 33 a.

Kniestück. Rechts streicht ein graubärtiger, bekränzter Alter die „Viola di Gamba.“ Seine Augen sind geschlossen, seine Lippen scheinen sich zu bewegen. Vielleicht ist Homer gemeint. Links neben ihm sitzt ein Jüngling über einer Schriftrolle, bereit, niederzuschreiben, was er hört.

Leinwand; h. 0,95; br. 1,31. – Inv. 1754. II 430, als Valentin.

Nach Jacques Callot.

Geb. zu Nancy 1592, gest. daselbst 1635. Hauptsächlich Kupferstecher und Radirer. Als solcher Schüler des Ph. Thomassin in Rom (1609–1612) und des Giulio Parigi in Florenz (1612–1617). Später, nach seiner Heimkehr, durch den Einfluss der deutschen Meister des XVI. Jahrhunderts weiterentwickelt. Thätig hauptsächlich zu Florenz und Nancy.

Die Erschiessung. 716. (724.) 46 a.[WS 1]

Vor den Mauern einer Stadt (links) und einem Zeltlager unter einem Castell (rechts) findet die Hinrichtung statt. In der Mitte ist der Delinquent an den Pfahl gebunden. Links stehen die zur Exekution kommandirten Soldaten. Rechts wird ein anderer Verbrecher herbeigeführt.

Kupfer; h. 0,08; br. 0,18 ½. – Inv. Gotter (zwischen 1728 und 1736), 31a oder 31 b. 1741 noch in der Kunstkammer. Noch bei H. als Original. Es ist indessen

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Berichtigung siehe Berichtigungen und Zusätze: Seite 37 am Rande zu N. 716 lies 46 a statt 36 a.
Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 237. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/269&oldid=- (Version vom 11.3.2017)