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Leinwand; h. 0,70½; br. 0,59. – 1741 aus der Sammlung Wallenstein in Dux. – Früher nicht als Ribera, einmal sogar als Velazquez. Als Ribera bei H. Ist jedoch viel zu trocken behandelt, um als mehr denn ein Schulbild gelten zu können.

Ein Gelehrter. 692. (689.) 51 a.

Halbfigur. Der graubärtige bekränzte Forscher sitzt hinter einem Tische, stützt seinen Kopf mit dem linken Arm und legt seine rechte Hand auf einen Himmelsglobus. Ein Tintenfass, eine Sanduhr und Bücher auf dem Tische.

Leinwand; h. 0,98; br. 0,73½. – 1743 durch Rossi aus Italien. – Schon im Inventar Guarienti (vor 1753) N. 173 als Original von Ribera; und so auch noch bei H. Nach H. soll es sogar undeutlich die Namensinschrift „Ribera“ tragen. Doch konnte diese nicht aufgefunden werden. Auch ist die Technik des Bildes zu zerflossen für den Meister. Einige Kenner glauben sogar die Hand eines niederländischen Nachahmers in demselben zu erkennen. – Gestochen von Jos. Canale ☼ III, 32.

Schüler und Lehrer. 693. (1428.) 51 c.

Nach dem alten Inventar „Aristoteles und Alexander.“ Halbfiguren nach rechts vor dorischen Säulen. Der Knabe in braunem Rocke deutet mit der Rechten in’s Buch, welches der hinter ihm stehende graubärtige Lehrer ihm vorhält.

Leinwand; h. 1,00; br. 0,75. – 1725 durch Leplat. – Inv. 1722 ff., A 1606. Damals als Drost (Dorste; vgl. unsere N. 1607). So frageweise auch noch bei H. Unseres Erachtens stimmt das Bild weder mit unserer N. 1607, noch mit unserer N. 1608 überein und zeigt überhaupt keine nordische Hand, sondern die Hand eines directen Nachahmers des Ribera.

Männliches Bildniss. 694. (691.) H 2.

Kniestück auf dunklem Grunde. Der schwarzgekleidete Herr mit kurzem Bart trägt einen Handschuh und einen Brief in der linken Hand. Auf dem Briefe die Adresse des Jesuitenpaters Antonio Guido. Links oben ein Wappen mit dem Cardinalshut.

Leinwand; h. 1,31½; br. 0,97½. – Zuerst nachgewiesen im Kat. von 1835 (N. 50) als „unbekannter Italiener“; im Kat. von 1856 frageweise als „Luca Giordano“; seit dem Kat. von 1862 frageweise als „Ribera.“ Für diesen ist es zu schwer in der Technik, zu rotbraun im Fleischton. Der italienische Urheber des Bildes zeigt nur einige Elemente der Nachfolge Ribera’s. – Phot. Braun IX. 18.

Angeblich Juan de Ribalta.

Geb. zu Valencia 1597; gest. daselbst 1628. Sohn und Schüler Fr. de Ribalta’s, des Uebergangsmeisters aus dem Stil des XVI. in denjenigen des XVII. Jahrhunderts in Valencia.

Die Messe Gregor’s des Grossen. 695. (695.) J 2.

Der Papst steht links. nach links gewandt, am Altar und erhebt die Hostie. Hinter ihm kniet ein Prälat, welcher die Schleppe seines Purpurmantels hält. Im Mittelgrunde rechts knieen andere Geistliche; hinter dem Chorgestühl blicken Volksgestalten herüber.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 229. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/261&oldid=- (Version vom 1.8.2018)