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Paolo Pagani.

Geb. zu Valsolda 1661, gest. zu Mailand 1716. Bildete sich nach den Venezianern. Thätig in Venedig und in Mailand.

Magdalena. 648. (212.) 34 b.

Nur mit einem Schurz bekleidet, sitzt die schöne Büsserin, nach rechts gewandt, auf einem Steine. Sie drückt die Wange an das Kreuz, welches sie auf ihren Knieen hält. Links hinter ihr sitzt ein kleiner Engel mit Geisseln.

Leinwand; h. 1,14½; br. 1.49. – 1725 durch Leplat. – Gestochen von N. Tardieu ☼ II, 42.

Alessandro Magnasco.

Gen. Lissandrino. Geb. zu Genua 1681, gest. daselbst 1747. Schüler des Filippo Abbiati zu Mailand, dessen pastose Breite er geistvoll auf die Spitze trieb. Thätig während der grössten Zeit seines Lebens in Mailand, erst 1735 nach Genua zurückgekehrt (Ratti, Vite p. 155–162).

Nonnen im Chor. 649. (215.) 34 a.

Der Altar, über dem das Bild des Gekreuzigten hängt, steht in der Mitte der Schlusswand. An jeder seiner Seiten steht eine Nonne. Die Oberin sitzt vor ihm und liest aus einem Buche vor. Vorn knieen an jeder Seite fünf Nonnen.

Leinwand; h. 0,91½; br. 0,71½. – 1741 aus der Sammlung Wallenstein in Dux. – Gegenstück zum folgenden.

Kapuziner im Refectorium. 650. (216.) 34 a.

An der Rückwand hängt ein leeres Kreuz mit den Marterwerkzeugen. Vorn an der runden Tafel lassen es sich sechs kahlköpfige, meist graubärtige Mönche wohl sein. Bedient werden sie von sechs anderen, jüngeren Mönchen.

Leinwand; h. 0,91; br. 0,72. – 1741 aus der Sammlung Wallenstein in Dux. – Gegenstück zum vorigen.

Die Versuchung des hl. Antonius. 651. (625.) H 2.

Grosse Landschaft. Links vor wildem Gebüsch an einem Baumstamm ein Kreuz, darunter ein Feuer. In der Mitte der hl. Antonius, auf seinen Stab gestützt. Links neben ihm sein Schwein. Rechts neben ihm der Satan, der hervortritt, ihn zu versuchen. Rechts im Mittelgrunde zwei Palmen, im Hintergrunde, sonnig beleuchtet, die Stadt.

Leinwand; h. 1,41½; br. 1,11. – 1875 mit dem folgenden, seinem Gegenstück, von Herrn L. Löwenstein aus Warschan als „Salvator Rosa“; so auch H. Allein für Salvator sind sie viel zu wild und fahrig gemalt; der Vergleich mit den Bildern Magnasco’s in Florenz und Mailand beweist, dass sie von diesem Meister herrühren. So auch Lerm. S. 221 und Eisenmann in der Kunstchronik XVI, S. 653.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 215. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/247&oldid=- (Version vom 1.8.2018)