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Leinwand; h. 3,55; br. 4,76. – 1746 aus der heizogl, Galerie zu Modena. Als Werk Camillo’s in der Confraternità di San Rocco zu Reggio, für die der Meister PS (nach Malvasia I, p. 277) „ad inchiesta del Canonico Brami“ gemalt hatte. Von dort 1661 in die Galerie zu Modena. Venturi p. 269–270. – In Modena (Inv. 1743) nur einem der beiden Brüder Procaccini zugeschrieben. Im Dresdener Inv. Guarienti (vor 1753) N. 45 als Werk Giulio Cesare’s. Erst im „Catalogue“ von 1765 richtig dem Camillo zurückgegeben. – Gestochen von J. Camerata ☼ II, 18.

Francesco Cairo.

Geb. zu Varese 1598, gest. zu Mailand 1674. Schüler des Pierfrancesco Mazzucchelli, gen. „il Morazzone“, zu Mailand. Durch eklektische Studien selbständig weitergebildet. Thätig zumeist in Mailand.

Venus, Amor und Apollon. 646. (201.) 3 b.

Die Liebesgöttin hockt halb knieend auf ihrem schneeigen Lager und erhebt einen Pfeil in der rechten Hand. Rechts, am Fussende des Bettes, spielt Amor auf Apollon’s Leyer. Der lorbeerbekränzte Gott hat links hinter der Göttin den Vorhang zurückgeschlagen.

Kupfer; h. 0,40; br. 0,27. – 1741 durch Rossi aus Italien. – Im Inventar 1754, I 55, als „Giulio Cesare Procaccini.“ Seit dem „Catalogue“ von 1765 als „Francesco Cairo“, was, nach Maassgabe der Bilder dieses Meisters in Mailand, richtig ist. – Phot. Braun VII, 15.

Giuseppe Danedi.

In der Regel mit seinem Bruder Stefano Danedi zusammen genannt. Gemeinsam führten sie den Beinamen I Montalti. Treviglio war ihre Heimat; Mailand war ihr Wirkungsort. Giuseppe soll auch die Schule Guido Reni’s in Bologna besucht haben. Stefano war nach Orlandi 1608 geboren und starb 1689; Giuseppe’s Lebensdaten sind unbekannt.

Der hl. Antonius, das Christkind herzend. 647. (558.) 34 a.

Halbfigur im Profil nach links. Der Heilige trägt eine Lilie in der Rechten, fasst mit der Linken den Kopf des vor ihm auf dem Buche stehenden Knäbchens und drückt ihn zärtlich an seine Wange.

Leinwand; h. 0,87½; br. 0,76½. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. Im Modeneser Inventar von 1743 (Venturi p. 354) nur als „d’uno de i due Fratelli Danedi.“ Auch im Dresdener Inventar von 1754, I 384, wohlweislich nur im allgemeinen als „Montalto.“ Erst seit dem „Catalogue“ von 1765 wird Giuseppe Danedi genannt; ob mit Recht, wird schwerlich nachweisbar sein.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 214. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/246&oldid=- (Version vom 1.8.2018)