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(1678), p. 88: „Nel Palagio de’ Signori Marchesi Tanari, della sua più delicata e compita seconda maniera, il quadio di quel Re e Regina.“ Crespi gab den Gegenstand für „Salomon und die Königin von Saba“ aus; doch erhielt das Bild in Dresdon schon im Inventar 1754 die Bezeichnung „Ninus und Semiramis“, die allen Versuchen, das Bild anders zu erklären, gegenüber als richtig aufrecht erhalten werden muss. Treffende Bemerkungen darüber (nach Plutarch) im „Abrégé“ von 1782. p. 158–159. – Gestochen von J. M. Preissler ☼ II, 20. – Phot. Braun XIII, 5 und Phot. Ges.

Maria vor dem schlafenden Kinde. 326. (541.) 4 c.

Unter blauem Vorhang auf rosenroten Kissen liegt der schlummernde Jesusknabe. Rechts steht Maria, welche den blauen Mantel über den Kopf gezogen hat, nur als Halbfigur sichtbar, neben dem Lager, hält ihre Arme auf der Brust gekreuzt und blickt das Kind liebevoll an.

Leinwand; breitoval; h. 0,69½; br. 0,89. – Am 15. Dec. 1764 durch Prinz Xaver und Graf Bose. – Es existiren mehrere eigenhändige Wiederholungen dieses Bildes; das bekannteste Exemplar, ausser dem unseren, ist dasjenige der kais. Galerie zu Wien. – Gestochen von Paul Gleditsch. – Phot. Braun IV, 6.

Der kleine Bacchus. 327. (539.) 4 c.

Mit Weinlaub bekränzt, lehnt er sich an das hinter ihm stehende Rotweinfass; und während er mit der Linken die erhobene Glasflasche, die noch halb voll Wein ist, an den Mund setzt, entledigt er sich zugleich, nach Kinderart ungenirt, des Getrunkenen.

Leinwand; h. 0,72; br. 0,56. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. – Schon von Malvasia (II, p. 91) erwähnt als „Il Baccarino ignudo che rende cio che beve.“ – Gest. von Jos. Camerata ☼ I, 24. – Phot. Braun III, 7 und Phot. Ges.

Maria auf dem Throne mit Heiligen. 328. (546.) F 1.

Rechts sitzt Maria, nach links gewandt, auf hohem Throne. Der Jesusknabe, welcher segnend die Linke erhebt, steht, von ihr gehalten, zu ihren Füssen. Rechts unten liest der hl. Hieronymus. Links beten die Heiligen Crispus und Crispinianus an. Am Himmel schweben zwei Englein mit Ueberwinderkränzen in den Händen.

Leinwand; h. 3,18; br. 2,16. – 1746 aus der herzogl, Galerie zu Modena. Guido hatte das Bild, welches seiner schwächeren späteren Zeit angehört, nach Malvasia II, p. 43, für die Capelle der Schuhmacher-Innung in S. Prospero zu Reggio gemalt; 1680 wurde es, nach Venturi, p. 292, von dort nach Modena gebracht. – Gestochen von P. L. Surugue d. j. ☼ I, 23.

Eccehomo. 329. (542.) 4 b.

Brustbild des Heilandes, nach links gewandt, auf grauem Grunde, aus dem der Heiligenschein um’s dornengekrönte Haupt orangefarbig herausgearbeitet ist. Seine Hände sind an seiner Brust gebunden. Das Rohr ruht in seinem Arm. Er trägt einen aschgrauen Mantel.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 137. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/169&oldid=- (Version vom 1.8.2018)