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Von links naht eine reich gekleidete weibliche Gestalt, welcher drei Frauen und Herkules die Schleppe tragen, während sie selbst den rechts beschäftigten Personen eine Krone reicht. Zu ihren Füssen ein Genius mit dem Füllhorn. Die Allegorie ist bisher nicht erklärt worden; doch glauben wir ihren Inhalt wenigstens annähernd richtig wiederzugeben, wenn wir sagen: der Reichtum krönt die Arbeit.

Leinwand; h. 1,66½; br. 2,32½. – 1742 durch Riedel aus Prag als „Paolo Veronese.“ Im Inventar Guarienti N. 1505 richtig nur als „Scuola di Paolo Veronese.“ Bei H. wohl ohne genügenden Anlass näher als „Carletto Caliari“ bestimmt.

Heilige Familie. 241. (344.) 35 b.

Rechts vor rot verhängten Säulen sitzt Maria mit dem Kinde; neben ihr steht Joseph. Links ist die hl. Anna mit den Windeln beschäftigt und reicht der kleine Johannes dem freundlich herabverlangenden Jesusknaben einen Apfel.

Leinwand; h. 1,65½; br. 1,33½. – Inv. Guar. 1753 N. 181 als „Gabriele Caliari“ aus der Sammlung des Abbate Caliari zu Venedig. – Später ohne Grand als Carletto Caliari. – So auch bei H. – Nach Lerm. S. 227 in der That von Gabriele.

Die Taufe Christi. 242. (345.) 33 c.[WS 1]

Vorn im Flusse, nach rechts gewandt, steht Christus. Rechts am Ufer steht Johannes der Täufer, im Begriffe die Schale auf das Haupt des Heilands auszugiessen. Vorn knieen zwei Engel mit den Tüchern; ein dritter steht links hinter dem Erlöser, über dessen Haupt die Taube des heiligen Geistes schwebt. Im Hintergrunde Hügellandschaft.

Leinwand; h. 1,04½; br. 1,01½. – 1743 durch Riedel aus Prag als „Paolo Veronese“. Doch schon im Inv. 1754, I 337, nur als „Carletto Caliari“. – So auch bei H. Der Vergleich der bezeichneten Bilder Carletto’s in der Akademie zu Venedig hat jedoch keine völlige Sicherheit in dieser Beziehung ergeben.

Der Raub der Europa. 243. (342.) D.-Z.

Vorn in der Mitte ist der weisse Stier, in den Zeus sich verwandelt hat, mit einem Blumenkranz um den Hals nach rechts in die Kniee gesunken. Vor ihm sitzt ein kleiner Amor, welcher das goldene Seil, an dem er das verliebte Tier leitet, in den Händen hält. Ein zweiter flattert in der Luft. Die festlich gekleidete schöne Europa sitzt schon auf dem Rücken des Stieres. Zwei ihrer Begleiterinnen schmücken sie. Eine dritte und vierte sitzen im Vordergrunde links und rechts mit Blumen im Rasen. Im Mittelgrunde rechts schreitet der Stier mit seiner schönen Last bildeinwärts davon, im Hintergrunde durchschwimmt er das Meer.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Berichtigung siehe Berichtigungen und Zusätze: Seite 113 am Rande zu N. 242 lies 33 c statt 33 b.
Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 113. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/145&oldid=- (Version vom 11.3.2017)