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sie daher unberücksichtigt, so kommen wir mit Lerm. S. 180 aus stilistischen Gründen dazu, ein spätes Werk Palma Vecchio’s, entstanden unter der Beihülfe eines Schülers, wie Bonifazio’s, in diesem schönen Gemälde zu erkennen. – Gest. von Th. Langer ☼ III. 45. – Phot. Braun III. 16. – Phot. Ges.

Schule des Palma vecchio.

Maria mit dem Kinde und vier Heiligen. 193. (233.) 2 b.

In der Mitte vor grünem Vorhange, zu dessen beiden Seiten sich eine üppige Landschaft dehnt, sitzt Maria in ganzer Gestalt etwas nach links gewandt und hält das Kind, welches nach dem Spruchbande des Täufers greift, auf ihrem Schoosse. Als Halbfiguren neben ihr: links Johannes der Täufer und der heil. Franciscus, rechts die heil. Katharina mit dem Rade und ein graubärtiger Heiliger mit einem Buche, angeblich Joseph.

Ital. Pappelholz; h. 1,00; br. 1,41½. – 1741 durch Rossi als Werk des Girol. Romanino von Brescia. – Später dem Giov. Buonconsiglio (gen. Marescalco) von Vicenza zugeschrieben. So auch bei H. Beides gleich unglücklich. Es lässt sich keine bekannte Hand, wohl aber die Schulrichtung Palma’s in dem Bilde erkennen. So auch Cr. u. Cav. V. S. 469, Anm. 65 und Lerm. S. 166. – Phot. Ges.

Ein Paar. 194. (266.) R 14.

Halbfiguren nach links auf dunklem Grunde. Die hellblonde Frau hält mit der Rechten einen Spiegel. Der Herr, welcher hinter ihr steht, legt seine linke Hand an ihren Arm. Am Spiegel steht: S . P . R.

Leinwand; h. 0,86½; br. 0,73½. − Inv. 1754, I 721, als „Palma Vecchio.“ So noch bei H. – Allein das Bild ist augenscheinlich viel zu schwach für den Meister selbst. Vergl. auch Lerm. S. 213.

Lorenzo Lotto.

Geb. um 1480 zu Treviso, gest. nach 1555, wahrscheinlich zu Loreto. Ursprünglich neben Palma vecchio Schüler Giov. Bellini’s. Später selbständig weiterentwickelt. Thätig in Treviso, in den Marken, in Rom, in Bergamo, zuletzt in Ancona und Loreto, am längsten jedoch in Venedig.

Maria mit dem Kinde und vier Heiligen. 195. (2317.) 3 a.

Kniestück.[WS 1] In der Mitte vor einem Vorhange sitzt Maria. Mit ihrer linken Hand berührt sie die Wunde des heil. Franciscus, der mit der heil. Clara rechts neben ihr steht. Mit der rechten Hand hält sie den Jesusknaben, welcher, lebhaft nach links gewandt, ein Spruchband ergreift, das ein graubärtiger Heiliger in rotem Mantel (wohl der heil. Hieronymus) ihm reicht. Der zweite Heilige zur

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Ergänzung siehe Berichtigungen und Zusätze: Seite 97 Zeile 7 von unten ist „Kniestück“ einzuschalten.
Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 97. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/129&oldid=- (Version vom 1.8.2018)