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ganz nackt, die anderen beiden mit leichten Tüchern bekleidet. Im Hintergrunde eine Berglandschaft.

Leinwand; h. 0,52½; br. 0,67½. – 1869 aus dem Nachlass Unger’s in Berlin – Der giorgioneske Charakter des Bildes beweist, dass es auf Giorgione zurückgeht. Doch ist es in der Ausführung viel zu roh für des Meisters eigene Hand. – Es existirt mit einigen Veränderungen noch in anderen Exemplaren, z. B. bei Herrn Enrico Albuzio in Venedig und bei Herrn S. Larpent in Christiania. Ob eins dieser Bilder das Original sein könnte, bedarf einer Untersuchung.

Palma vecchio.

Jacopo Palma d. ä. gen. Palma vecchio. Geb. um 1480 zu Serinalta bei Bergamo, gest. 1528 zu Venedig. Schüler Giovanni Bellini’s. Strebte neben Giorgione und Tizian selbständig in den freieren Stil des XVI. Jahrhunderts hinüber. Thätig zumeist in Venedig.

Maria mit dem Kinde und zwei Heiligen. 188. (270.) 2 a.

Halbfiguren. Maria sitzt links vor grünem Vorhange; sie hält den nackten Jesusknaben, welcher seinen Kopf an den ihren legt, mit der rechten Hand und ergreift mit der linken das Spruchband, welches der rechts stehende Johannes der Täufer ihr reicht. Zwischen ihnen die heil. Katharina mit ihrem Rade. Rechts Berglandschaft.

Ital. Pappelholz; h. 0,67; br. 0.97½. – 1749 (nicht 1741) durch Guarienti aus der Casa Pisano di S. Stefano zu Venedig. – Vorzügliches Bild der mittleren Zeit des Meisters. Gestochen von M. Steinla, vollendet von G. Levy. – Phot. Braun IV. 9 und Phot. Ges.

Drei Schwestern. 189. (268.) 2 c.

Kniestück. Die drei reich gekleideten blonden Frauen bilden eine engverbundene Gruppe. Die mittlere, in blauem Kleide mit roter Brusteinfassung, hat den Handschuh an der auf ihrem Schoosse ruhenden Linken nur halb angezogen; sie umschlingt mit dem rechten Arm den Nacken ihrer links sitzenden Schwester, welche ein gelbes Kleid mit blauen Unterärmeln trägt. Die rechts sitzende, rot gekleidete, aber greift mit der rechten Hand der mittleren in’s Haar. Im Hintergrunde eine schöne Landschaft. Rosen links und rechts neben den Frauen. Wegen ihrer Aehnlichkeit unter einander ist man berechtigt sie für Schwestern zu halten.

Ital. Pappelholz; h. 0,89; br. 1,23. – 1743 durch Algarotti als „die drei Grazien“ von der Familie Corner della Casa grande zu Venedig erworben. – Berühmtes Bild der mittleren Zeit des Meisters. – Der anonyme Reisende des ersten Drittels

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 95. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/127&oldid=- (Version vom 1.8.2018)