Seite:Karl Woermann Katalog der Gemäldegalerie Dresden 1887.pdf/111

Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 079.jpg

Ital. Pappelholz; h. 2,99; br. 2,45½. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. – Das Bild ist, wie urkundlich festgestellt worden (Pungileoni Mem. II. p. 65–69), 1514 von den Mönchen des Minoritenklosters zu Correggio bei dem Meister bestellt und im Frühling 1515 von diesem abgeliefert worden. Wann es von Correggio nach Modena gekommen, ist unbekannt. – Gestochen von Et. Fessard ☼ I, 1, von P. Lutz und von Gust. Levy. – Phot. Braun IV, 3. – Phot. Ges.

Die Madonna des heiligen Sebastian. 151. (169.) D 1.

Maria mit dem Kinde erscheint in Wolken den drei Heiligen, welche unten auf der Erde gruppirt sind, und blickt freundlich herab. Links schaut der heil. Sebastian, nackt bis aufs Lendentuch, mit beiden Händen an einen Baum gebunden, in lebhafter Wendung verklärt gen Himmel. In der Mitte kniet der heil. Bischof Geminianus, blickt den Beschauer an und deutet mit der Rechten zu der Erscheinung empor. Zu seinen Füssen hält ein Engel sein Wahrzeichen, das Kirchenmodell. Rechts schläft der nacktbeinige heil. Rochus. Grössere und kleinere Engel, von denen ein grösserer den heil. Sebastian auf Maria hinweist, ein kleinerer keck auf einer Wolke reitet, haben sich mit herabgelassen. Ganz oben strahlt die Engelkopf-Glorie in goldgelbem Lichte.

Ital. Pappelholz; h. 2,65; br. 1,61. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. – Das Bild ist 1525 von der Schützengilde des heil. Sebastian zu Modena für eine Chorkapelle des Domes dieser Stadt bestellt worden. Vergl. Pungileoni II. p. 193 bis 195. Um 1659 trat die Kirche es dem Herzoge Alfonso IV. für seine Galerie ab. Vergl. Venturi p. 268. – Schon damals wurde es durch Flaminio Torre restaurirt. Es ist nicht in allen Stücken wohlerhalten. – Gestochen von Christ. Bertelli, von P. A. Kilian ☼ I, 3 und von A. Lefevre, radirt von einem alten Anonymus. – Phot. Braun VI, 1. – Phot. Ges.

Die heil. Nacht. 152. (171.) D 1.

Der Stall bildet eine Ruine mit Säulen. Rechts kniet Maria und blickt entzückt den Jesusknaben an, den sie mit beiden Armen über dem Stroh der Krippe hält.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 79. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/111&oldid=- (Version vom 10.5.2018)