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Leinwand; h. 1,33; br. 2,38. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. – 1618 aus Ferrara nach Modena; Venturi p. 39. – Phot. Braun VI, 3 und Phot. Ges.

Heilige Familie. 136. (159.) 1 a.

Rechts sitzen Anna und Maria in einem Ruinenhofe auf einer Steinbank. Maria hält das stehende Christkind neben sich, und dieses wendet sich bewegt dem kleinen Johannes zu, welcher links von Elisabeth herangeführt wird und ein Lamm im Arme trägt. Hinter Anna und Maria deren Gatten Joachim und Joseph. Links vorn eine Wiege.

Ital. Pappelholz; h. 0.41; br. 0,57. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena.

Maria mit dem Kinde und Heiligen. 137. (158.) 3 a.

Unten im Hofe des Palastes, der rechts die Aussicht verdeckt, während der Blick links in die Landschaft schweift, sitzt Maria auf einer Steinbank und reicht das nackte Christkind der links knieenden, mit einem Rosenkranze geschmückten, an den Musikinstrumenten zu ihren Füssen kenntlichen heil. Cäcilia dar, hinter welcher die heiligen Antonius von Padua und Bernhardin von Siena knieen, während rechts hinter der Madonna der heil. Geminianus sitzt, dessen Name auf seiner Tafel steht.

Ital. Pappelholz; h. 0,65; br. 0,85½. − 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. – Phot. Braun V, 4 und Phot. Ges.

Bacchanal. 138. (157.) B 1.

Bacchus und Ariadne kommen links auf goldenem Wagen, von Satyrn und Bacchantinnen umschwärmt, herangefahren. Ein schwebender Genius hält zwei goldene Reifen über ihren Häuptern. Neben ihnen, hinter ihnen und vor ihnen schreiten mächtige Elephanten, von Angehörigen des Thiasos geritten. Vorn in der Mitte helfen nackte Satyrn dem alten bekränzten Silen den Löwen zu besteigen, der geduldig am Boden kauert. Rechts wird geopfert und musicirt und erscheint Pan mit den Seinen. Aus den Wolken blicken Zeus und Hera herab.

Leinwand; h. 2,18; br. 3,13. – 1740 aus der herzogl. Galerie zu Modena, in welche das Bild zu Anfang des XVII. .Jahrhunderts aus Ferrara gelangte. – Nach Vasari (VI p. 467) als Kaminstück für den Herzog von Ferrara nach einer Zeichnung Raphael’s („con i disegni di Raffaello da Urbino“) von Garofalo in dessen 65. Lebensjahre, als er nur mehr auf einem Auge sah, gemalt. – Phot. Braun XIII, 2 und Phot. Ges.

Diana und Endymion. 139. (147.) 32 d.

Endymion schlummert vorn in blumigem Rasen unter Felsen und Bäumen, mit dem rechten Ellenbogen auf einen Stein gestützt. Diana (Selene, die Mondgöttin) beugt sich über ihn, umfasst sein Haupt und greift ihm mit der linken Hand an’s Kinn. Rechts im Mittelgrunde ihr Wagen.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 74. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/106&oldid=- (Version vom 1.8.2018)