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mit dem Christkind im Arm oben aus grauer Wolke in goldgelber Engelkopf-Glorie. Datirt unten in der Mitte 1598.

Leinwand; h. 1,59½; br. 1,25. – 1756 aus Casa Ranuzzi in Bologna. – Dieses, nicht Calvaert’s Copie der heil. Cäcilia Raphael’s, wie H. annahm, kam aus Casa Ranuzzi. Dies geht unzweideutig aus Giovannini’s Briefen im K. S. Hauptstaatsarchiv vom 17. Februar und 20. April 1756 und dem ebendort aufbewahrten Echtheitszeugniss der Accademia Clementina zu Bologna vom 30. Juni 1756 hervor, welches zugleich den wahren Urheber dieses bisher ohne Provenienzangabe und unrichtig dem Fed. Baroccio zugeschriebenen Bildes nennt. Vergl. des Verfassers Aufsatz in Thode’s „Kunstfreund“ I, 1885, S. 232−234. – Phot. Braun IX, 8 und Phot. Ges.

Lavinia Fontana.

Geb. zu Bologna den 26. August 1552, gest. in Rom 1602. Schülerin ihres Vaters Prospero Fontana. Thätig in Bologna.

Heilige Familie. 121. (514.) 4 c.

Der Jesusknabe auf Maria’s Schoosse erwiedert zärtlich die Umarmung des rechts nahenden kleinen Johannes. Links steht Joseph, rechts sitzt Elisabeth. Bezeichnet unten: LAVINIA PROSPERI FONTANA . . . FACIEBAT A° MD . . .

Buchenholz; h. 0,40; br. 0,32. – Inventar Guarienti (vor 1753) N. 420. – Aus der Sammlung des Abbate Branchetta zu Bologna.

Unbestimmter Bolognese. Zweite Hälfte des XVI. Jahrhunderts.

Heilige Familie. 122. (104.) 32 a.

Links Gemäuer, rechts Landschaft. Maria hält das nackte Kind auf ihrem Schoosse und ergreift das Handtuch, welches die links vor ihr knieende Elisabeth ihr reicht. Joseph sitzt hinter den Frauen. Ganz links kommt der kleine Johannes mit dem Lamme auf den Schultern.

Leinwand; h. 0.84; br.1,11. – Inventar 1722. A 21. – Damals als Garofalo. Bei H. als römische Schule; vielmehr bolognesischer oder verwandter Schule.

E. Die ferraresische Schule.

Ludovico Mazzolini.

Geb. um 1479 zu Ferrara; gest. daselbst 1528. Vergl. Baruffaldi, Vite de Pittori etc. Ferraresi (1844) I, p. 130, und Vasari III, pag. 139–140. Schüler des Lorenzo Costa. Ausgezeichneter ferrarosischer Colorist. Thätig zumeist in Ferrara.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 69. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/101&oldid=- (Version vom 1.8.2018)