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Über die Neueinrichtung der Kirche enthält die gleiche Chronik noch folgende Notizen:

Anno 1668 sind in der vorderen kirchen 4 altär new gemacht, staffiert und aufgesetzt worden:

1. S. Anna-altar ist, zwar von tischlern verfertigt, zuvor schon gestanden, aber ausser der bildnusse, so darinnen stehen, nichts staffirt, welche bildnussen staffirt worden von Johann Kradl, mahlern unt mitbürgern von Plan. – S. Anna-altar hat gemacht und die bildnusse, welche bevor im alten altar daselbst gestanden, hat vernewert und ausgebessert Valentinus Marcksteiner, tischler alhier. uebrige 3 altär als s. Joseph, s. Norbert, s. Augustin hat gemacht Marcus Haberhans, tischler in Plan. die bildnisse s. Joachim und s. Joseph hat (am s. Joseph-Altar) von newen gemacht bildhauer Martinus Möckl von Schlackenwerth. Bildnisse an s. Norbert und s. Augustinaltar hat gemahlt herr Georg Adam Eberhart, kunstmahler und rathsverwandter der stadt Eger. obbemelte vier altäre hat staffirt herr Christian Leibold, mahler in Petschau .....

In der Pfarrkirche arbeiteten in den J. 1668 bis 1669 Marcus Haberhaus, der auch die geschnitzten Kirchenbänke geliefert hat, und anläßlich einer allgemeinen Renovierung Andreas Zeidler, Steinmetz in Tepl.

Einen neuen Hochaltar erhielt die Kirche durch den Tepler Tischler Valentin Marcksteiner im J. 1673, während der alte Altar, eine Stiftung des Tepler Abtes Matthias Göhl aus dem J. 1596, in die Pfarrkirche nach Michelsberg verkauft wurde. Zur Ausstattung und zum Kunstwert dieser beiden Hochaltäre enthält die Pfarrchronik folgende Bemerkungen:

Anno 1673 ist der hochaltar new aufgerichtet worden. das mittlere blatt ist nicht new dareinkommen, sondern bevor im alten gewesen und als ein schön künstlich gemähl wol werth, dass es in newen wiederum versetzt worden. das obere blatt S. Aegidii hat gemahlt herr Georg Adam Eberhart, kunstmahler in Eger, den altar selbsten gemacht Valentin Marcksteiner, bürger allhier.

Bildhauerarbeit als die grossen statuae s. Catharinae, s. Barbarae, s. Dorotheae, s. Rosaliae, 2 engel, so auff dachungen sitzen, s. Michael so er zu-oberst steht, hat gemacht ein bildhauergesell, nahmens Johann Jacob, zu Znaim in Mährn gebürtig, auch andere engel auffn 4 altären und die cantzel in der vorderen kirchen. statuae s. Wenzeslai und s. Aegidii sind auch zuvor auffn alten altar gestanden, staffierarbeit an diesen newen altar ist angediengt worden herr Eberhart in Eger, welcher sein mahlergesellen Jacob Männl, gebürtig von Karlsbad, geschickt. tabernakel hat herr Valentin Schiedl von Siegfeld auf Pauten gestiftet.

der alte altar ist nach Michelsberg verkaufft worden umb ein weniges nemblich um 15 gulden, weiln das fürnembste herausgenommen und allhier verblieben, als das mittlere blatt und zwei lateralflügel, so anitzo am pfeiler am bruderschaftsaltar zu sehen ..... soll dieses blatt wie die 2 seitenflügel gemahlt haben, Kaisers Matthiae kunstmahler.

Zur Kunsteinrichtung in der neuen Kirche gehörte auch ein bild s. Aegidii im vestibulum von Georg Adam Eberle, mahlergeselle in Petschaw aus dem J. 1674, dann aus dem J. 1675 sechs antependien mit blumen für die altäre

Empfohlene Zitierweise:
Anton Gnirs: Topographie der historischen und kunstgeschichtlichen Denkmale in den Bezirken Tepl und Marienbad. Filser, Augsburg 1932, Seite 476. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gnirs-Tepl-Aegidius_p475-492.djvu/2&oldid=- (Version vom 1.10.2017)