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sehen sey, das letzte mahl zu Ried gewesen, um seinen elterlichen Erbtheil zu erheben, worauf er wiederum in Kriegsdienste gegangen. Es sey wahrscheinlich, daß Aigner, als er in den Adelstand erhoben worden, seinen Namen verändert habe. Man müsse sich nach ihm nicht in den Pfarrbüchern, sondern im Archiv umsehen, wo auch sein Testament werde verwahrt seyn. Weltkündig, folglich auch ihm und seinen Miterben sey es unverborgen geblieben, daß des Erbgerichtsherrn Vorfahrer durch den Schwedenkrieg ganz in Verfall gerathen, von einem blessirten Offizier aber, oder Ritter, durch Vorstreckung seiner im Krieg erworbenen Mittel und Capitalien wieder empor gehoben worden. Dieser sey ihr ächter Vetter, und wäre diese Wissenschaft durch die Erzählung von Eltern auf Kinder fortgepflanzet worden. Sie wüßten auch, die Unruhe der Geister habe gemacht, daß verdunkelte Briefe, die einer Freundschaft unter dem Bad gehörige Erbschaft betreffend, nach Ried übersendet worden. Es lebten noch Bürger daselbst, welche mit Leuten gesprochen, die es aus dem Mund eines Kammerdieners des Erbgerichtsherrn gehört hätten, daß die Aignerische Freundschaft eine sehr reiche Erbschaft in B* zu erheben hätte;